Sieht so wirklich die Alternative für Deutschland aus? Der Partei-Vize der AfD hat sich mit seiner Aussage über den Fußball-Nationalspieler ins Aus geschossen. Da ist es auch nicht hilfreich, dass sich seine Chefin, Partei-Vorsitzende Frauke Petry, sofort für ihren Stellvertreter entschuldigt und angibt, dass Gauland nicht mehr wisse, ob er das so gesagt habe. Das macht das Ganze eher noch ein bisschen schlimmer.

Denn es bleibt die Aussage, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland nur dann gerne gesehen sind, wenn sie das Land auch vorbildlich vertreten - zum Beispiel auf dem Fußballfeld. Sätze wie diese sind Wasser auf die Mühlen des rechten AfD-Flügels um Björn Höcke, der sich sogar seiner eigenen Partei widersetzt und entgegen einem Beschluss weiter mit Pegida-Anhängern durch die Straßen ziehen und gegen Ausländer hetzen will.

Doch vielleicht öffnet Gaulands Aussage über Jérôme Boateng nun doch die Augen vieler Menschen, die glauben, dass die AfD eine bessere Politik machen könnte als die etablierten Parteien. Denn nun geht es auf einmal nicht mehr um namen- und gesichtslose Flüchtlinge. Es geht nicht mehr um eine Minderheit, die sich nicht wehren kann. Gauland legt sich mit deutschen Fußball-Fans und nicht zuletzt auch mit dem mächtigen DFB an. Es geht auf einmal um den Volkssport Nummer eins in unserem Land. Und es geht um der Deutschen liebstes Kind - die Nationalmannschaft. Ein Team, das mit Spielern wie Mesut Özil, Lukas Podolski, Sami Khedira und eben Boateng 2014 ein ganzes Land mit dem WM-Titel zum Jubeln und Feiern gebracht hat.

Und eben diese Spieler sollen kein Teil von Deutschland sein dürfen - außer natürlich im Nationaltrikot auf dem Fußballplatz? Nein, Herr Gauland, für diese verbale Tätlichkeit gibt es nur eine Konsequenz: die Rote Karte!