In Paris kehrte Ruhe ein. Eine trügerische Ruhe, wie wir seit diesem Freitag, dem 13., wissen. Der Terror ist nach nicht einmal einem Jahr zurück im Herzen Europas. Teuflischer, brutaler als je zuvor. Im Januar ein sehr gezieltes Attentat auf islamkritische Journalisten - jetzt im November grausamer Massenmord. Zu Jahresbeginn ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit. Jetzt zum Jahresausklang ein Angriff ganz explizit auf freiheitliche Werte, auf den Lebensstil, auf die Lebensfreude, auf ein Gesellschaftsmodell, auf uns alle. Hollande wähnt Frankreich im Krieg. Die Attentate sind auch eine Kriegserklärung an die freiheitliche Art zu leben.

Die Terroristen nehmen weiche Ziele ins Visier. Ziele, die nicht geschützt werden können. Die blutigste Nacht in Paris seit Ende des zweiten Weltkrieges breitet wellenförmig über ganz Europa ein Gefühl der Schutzlosigkeit aus. Es wächst das Bewusstsein, dem Terror ausgeliefert zu sein. Es reift die Erkenntnis, dass eine freie, eine offene Gesellschaft zunehmend(e) Risiken hat.

Wie kann, wie wird Europa umgehen mit dieser Situation? Wir werden eine intensive Debatte darüber führen, wie sich Europa vor islamistischem Terror schützen kann. Sicherheit hängt dabei ganz wesentlich auch davon ab, ob die Integration ausländischer Menschen gelingt. In Frankreich ist das nicht der Fall. Viele Muslime sind an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Frankreich ist gespalten. Ein idealer Nährboden für Gewalt aus der eigenen Bevölkerung heraus.

Europa ist also erstens gezwungen, das terroristische Gefährdungspotenzial auf dem eigenen Territorium neu zu bewerten. Die Staatengemeinschaft muss zum Zweiten unkontrollierte Zuwanderung verhindern. Natürlich wird der gemeine Gotteskrieger nicht mit dem Schlauchboot an Europas Außengrenze anlanden. Es muss allerdings verhindert werden, dass er den Flüchtlingsstrom für seine perfiden Ziele missbraucht.