Thomas Bach, der Präsident des IOC, ruft Olympia-Starter zum Impfen auf. Man wolle auch aus "Rücksicht auf das japanische Volk" ein möglichst Corona-freies Olympia gewährleisten. Und auch wenn die Kritik an dem Vorschlag groß ist: Das ist eigentlich gar keine schlechte Idee.

Unabhängig davon, dass das Olympische Komitee unrealistischer Weise alle Besucher der Spiele zu einer Impfung aufruft, geht der Gedanke einer vorzeitigen Impfung von Sportlern in die richtige Richtung. Die Kritiker sind dennoch laut. Experten und Politiker wie Karl Lauterbach (SPD) sind gegen ein Vorziehen der Impfung für Sportler: Dosen seien genügend da, man habe jedoch Angst ein falsches Signal zu senden.

Doch was genau ist hier das falsche Signal? Bei den Sportlerinnen und Sportlern der deutschen olympischen Delegation handelt es sich um ein paar Hundert Menschen. Egal ob Fechter, Judokas oder Ruderer: Sie alle haben hart dafür gearbeitet sich einen Platz an der Weltspitze ihrer jeweiligen Sportart zu erkämpfen.

Es geht um Athleten - nicht um privilegierte Superstars

Bei der aktuellen Debatte um vorgezogene Impfungen für Spitzensportler ist es wichtig sich vor Augen zu halten, um wen es hier überhaupt geht. Im Gespräch sind weder die Top-Verdiener der Formel 1 noch die Crème de la Crème der Bundesliga. Im Gegensatz zu diesen steckt hinter den Olympia-Athleten weder eine riesige Lobby noch das große Geld.

Die oftmals jungen Leute stecken viel Zeit und Aufwand in ihre sportlichen Ambitionen. Um an der Spitze mitkämpfen zu können stemmen sie jahrelanges unermüdliches Training, persönliche Entbehrungen und andauernde internationale Konkurrenz. Am Ende zahlen sich die Strapazen für sie nicht wirklich aus - zumindest nicht finanziell.

Um auch in Zukunft die Strahlkraft und Möglichkeiten des deutschen Spitzensports zu gewährleisten, benötigen die Athleten jedoch vor allem eines: Planungssicherheit. Diese kann bereits mit der Bereitstellung von vergleichsweise wenigen Impfdosen hergestellt werden.

Wo ist hier die Ungerechtigkeit?

Die Impfungen, welche die Olympia-Delegation benötigt, fallen bei den Massen an Impfdosen, die weltweit benötigt werden, kaum ins Gewicht. Keiner Einzelperson wird deshalb eine Impfung verwehrt bleiben. Das Argument, dass es zu wenig Impfstoff gäbe, sind an dieser Stelle verfehlt. Denn wenn man über die ungerechte Privilegierung von Menschen beim Thema Impftermin spricht, dann sollte der Fokus auf etwas anderem liegen:

In ganz Deutschland wird es wohl (zumindest mittelfristig) genügend Impfstoff geben, weltweit sieht das jedoch anders aus. Nur einem privilegierten Kreis aus rund 60 Staaten steht derzeit ein Impfstoff zur Verfügung. Es sind also nicht Athleten, sondern ganze Staaten, die hier bevorteilt werden. Vor diesem Hintergrund wirkt die Debatte insgesamt etwas scheinheilig.

Noch mal: Zieht man deutsche Athleten im Impfplan vor, so hat das für Deutschland keine negativen Auswirkungen. Im Gegenteil:  Die Athleten können sich ihren Traum erfüllen - und  die Menschen haben mit Olympia ein bisschen Abwechslung in dieser tristen Zeit.

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