Mal ganz ehrlich, was wäre Ihnen am Wochenende lieber, Berlin oder Rio de Janeiro? Wer zwei Fußballer des FC Bayern fragt, Dante und Luiz Gustavo, bekommt eine eindeutige Antwort. Denn der brasilianische Nationaltrainer musste die beiden fast schon in die Heimat prügeln, damit sie im renovierten Maracanã-Stadion zum Klassiker gegen England antreten.

In Berlin hätte neben regnerischem Wetter bekanntlich das Pokalfinale gegen Stuttgart gewartet, die Chance aufs historische Triple, und, unabhängig vom Ergebnis, der Triumphzug nach und durch München. Dort werden nun Schweini und Robben den Samba tanzen müssen. Die Brasilianer fehlen, dribbeln lustlos um den Zuckerhut und träumen vom Zauberfußball, den es neuerdings auch in Deutschland gibt.

Die Zeiten haben sich wahrlich geändert, früher mussten Südamerikaner fast schon von der GSG 9 aus dem Heimaturlaub geholt werden, damit sie pünktlich wieder in Good Cold Germany aufkreuzten. Unser Wetter ist seither wahrlich nicht besser geworden, wohl aber der Fußball schöner. Heute sind die Brasilianer diejenigen, die den Spielern keine Ausnahme mehr durchgehen lassen, die auf Einhaltung von Fristen und Regeln pochen - außer, wenn es um die Sicherheit der künftigen WM-Stadien geht.