War das der erste Schritt zur Wachablösung? Ich behaupte - nein! Bayern München stürmte zwar die Festung Frankenhölle und startete damit den ersten erfolgreichen Angriff auf die Brose Baskets, die in den letzten drei Jahren auf nationaler Ebene alle Titel abräumten, doch zur Machtübernahme reicht's (noch) nicht - das hat die zweite Halbzeit bewiesen.
Es bleibt allerdings abzuwarten, wie das erfolgsverwöhnte Brose-Team auf die Tatsache reagiert, dass sie bei der Vergabe des Pokals zum Zuschauen verurteilt ist. War es der heilsame Schock - wie in der letzten Saison, als die Bonner zum Play-off-Start in Bamberg für einen Paukenschlag gesorgt hatten - auf den der spätere Meister mit neun Siegen in Folge reagierte? Oder sind die Bamberger nach diesem Wirkungstreffer des FC Bayern angezählt?
Eines steht fest: Die Neuen haben noch nicht komplett verinnerlicht, was es heißt, das Trikot der Brose Baskets zu tragen. Nach der in den Sand gesetzten ersten Hälfte waren es Anton Gavel, Casey Jacobsen, John Goldsberry und auch Youngster Philipp Neumann, die sich mit Macht gegen das Ausscheiden wehrten. Bei den Neuen hingegen war der unbedingte Siegeswille nur bedingt zu spüren. Gelingt es Trainer Chris Fleming, allen seiner Jungs das Sieger-Gen zu injizieren, dann bleibt alles beim Alten: Die Brose Baskets sind zwar nicht unschlagbar, aber in einer Play-off-Serie mit Heimvorteil nicht zu bezwingen.