Es ist wie so oft. Blickt man auf die politischen Verlautbarungen, so könnte man meinen, bestimmte Ziele seien an Wichtigkeit nicht zu überbieten und würden von nahezu allen Vertretern als essenziell eingeschätzt. "Bayern geht beim Flächensparen voran", ist da zu lesen. Es gibt eine Flächensparoffensive und sogar Flächensparmanager.

Das Ziel ist zu Recht hochgesteckt. Fläche ist eine begrenzte Ressource, die nicht leichtfertig verschwendet werden sollte und für die städtebauliche Entwicklung eine richtungsweisende Rolle spielt. Noch immer werden in stagnierenden Regionen besonders flächenzehrende Einfamilienhausgebiete und weitläufige Gewerbegebiete neu ausgewiesen. Altgewerbegebiete werden aufgrund Leerstands auseinandergerissen, Siedlungsstrukturen verlieren ihre Funktion, Ortskerne oder Stadtteilzentren verfallen zunehmend. Die Landwirtschaft wird verdrängt, der Lebensraum von Pflanzen und Tieren wird geringer und die Folgekosten solcher Erschließungssünden spüren die Kommunen erst später.

Bitte auch zweistöckige Gewerbebauten

Doch die Maßnahmen gegen Flächenfraß wirken nicht erst seit gestern alibihaft. Wenn es darum geht, auf Flächen zu verzichten, will kaum einer den ersten Schritt tun. In ihrer Selbstverwaltung handeln die Kommunen viel zu oft egoistisch und kurzsichtig. Wer will es ihnen verdenken, orientiert sich ihr Einnahmensystem doch stark an Einwohnerzahl und Gewerbesteuer.

Wir sollten aufhören, einstöckige Bauten in Gewerbegebieten als üblich zu akzeptieren, die dann mit Parkplätzen wahnsinnig viel Platz benötigen. Das geht auch anders. Und die Politik sollte, wie bei anderen Themen auch, beim Flächensparen verbindliche Regeln festlegen. Alles andere ist Augenwischerei. Flächensparen klappt derzeit nur, weil die Grundstückskosten stark gestiegen sind. Aber das allein kann und darf es nicht sein.