Wenn die reale Welt auf die virtuelle trifft, dann spielt sich das ungefähr so ab, wie beim Besuch Philipp Röslers im Silicon Valley. Der Wirtschaftsminister im typischen Manageranzug, die Freaks - oder die, die sich dafür halten, im ebenso typischen Schlapperlook.

Doch spätestens hier fängt das Ganze an, weh zu tun. Denn es ist nicht damit getan, den Anzug gegen das graue Shirt zu tauschen und sich als besonders trendig auszugeben wie es gerade "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann tut. Und dass der Wirtschaftsminister angesichts eines iPads ins Strahlen gerät, wirkt einfach lächerlich. Man mag ihm und den ihn begleitenden Tross zugute halten, dass sie nicht nur eigene Interessen befriedigen, sondern Kontakte für Jungunternehmer knüpfen und ihnen so eine gute Ausgangsposition verschaffen wollen.

Die wiederum ist von einer Internetverbindung abhängig, die nicht nur schnell und zuverlässig, sondern auch tatsächlich verfügbar ist. Wer den digitalen Wandel ernst nimmt, muss erst einmal die Voraussetzungen dafür schaffen und unter anderem dafür sorgen, dass Breitbandverbindungen flächendeckend verfügbar sind. Denn so wie das Internet, so ist auch Netzpolitik längst kein Nischenthema mehr, mit dem sich ausschließlich Nerds in Kapuzenpullis beschäftigen, sondern längst im politischen Alltag angekommen.

Wenn sich die kindliche Begeisterung des Wirtschaftsministers in handfesten Ergebnissen niederschlägt, hat sich die Reise gelohnt. Denn die digitale Zukunft hat längst begonnen.