Für fünfzig Pfennig kann ich verlangen, dass an meine niederen Instinkte appelliert wird, lautet eine Kinogänger-Weisheit der 1950er-Jahre. Für ein paar Münzen mehr wird der niedere Instinkt der Klatschsucht immer noch bedient.

Also: Die Wulffs - hört sich an wie "Die Geissens" oder ähnliche Unzumutbarkeiten - sollen wieder zusammen sein nach einer "einvernehmlichen räumlichen Trennung" im Jahr 2013, wie es im Anwaltsdeutsch hieß. Das hört sich bieder an, banal, irgendwie deutsch. Statt Ehehöllen wie in Strindbergs Autobiografie oder Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" gibt es bei Ex-Bundespräsidentens nur eine nach muffiger Sozialarbeit riechende Mediation. "Kalte berechnende Bosheit, Schadenfreude über gelungene Anschläge, alle Kleinlichkeit, alle Tücke des Weibes", heißt es bei Strindberg - und er ist auch nicht besser, meine Damen. Das ist der Stoff, den wir lesen wollen!

Stattdessen ein fades Happy End. Oder doch nicht? Ehe ist die einzige gesellschaftlich akzeptierte Form von Asexualität, sagt ein hübsches Bonmot.