Da konnte sich Wladimir Putin sein süffisantes Lächeln nicht verkneifen. Plakativer Protest mit großer Bühne - das gefällt dem Russen, auch wenn er selbst der Gegenstand der Kritik war. Dass Demonstrantinnen gestern auf der Hannover Messe blank zogen, wird den russischen Präsidenten kaum beeindrucken - so wenig übrigens wie Angela Merkels Kritik an Durchsuchungen bei Nichtregierungsorganisationen in Russland. Putin ist sich bewusst: Russland ist nicht irgendwer im Spiel der großen Volkswirtschaften.

Russland ist reich an Rohstoffen, Russland ist ein riesiger Markt, Russland hat noch gigantisches Entwicklungspotenzial. Und Russland stellt die geografische Verbindung zwischen dem alten Europa und dem chinesischen Riesenreich dar. Solche Voraussetzungen haben sogar Altkanzler Schröder einst dazu verleitet, Putin einen "lupenreinen Demokraten" zu nennen. Der bedankte sich hernach auch artig mit einem gut dotierten Posten bei Freund Gerhard.

Die Russen kommen also. Das spüren wir im Urlaub, am Immobilienmarkt und in den Wirtschaftsnachrichten. So erfuhren wir am Wochenende ganz neben bei, dass Russland und die Niederlande mal eben ein gemeinsames Ölterminal in Rotterdam für schlappe 800 Millionen errichten wollen.

Es geht also ums große Geschäft, wenn man mit den Russen verhandelt. Ernsthafte Debatten über die Feinheiten der Demokratie stören da sicher nur. Und Geld stinkt bekanntlich nicht.