Die Gründe für den Ausgang der drei Stichwahlen können allerdings unterschiedlicher nicht sein: Die Uneinigkeit der Freien Wähler in Marktleugast hat dort dazu geführt, dass die CSU lachender Dritter sein konnte.

Auch in Neudrossenfeld hatte es vorab Auseinandersetzungen gegeben, deren Folge es gewesen war, dass die CSU-Fraktionskollegen Harald Hübner und Björn Sommerer als Bürgermeister-Kandidaten gegeneinander antraten. Hübner ist der Erfahrenere, mit Jahrzehnten als Gemeinderat im Rücken. Zudem wurde er - nachdem Amtsinhaber Dieter Schaar nicht erneut antrat - von den Freien Wählern unterstützt.

Sommerer dagegen ist eher der Newcomer, der im Vorfeld für die Freien Wähler offenbar der weniger attraktive Bewerber war. Dennoch hat er gekämpft, eine neue Unterstützungsgruppe aus dem Boden gestampft - und beinahe die Mehrheit der Wähler überzeugt. Hätten sich nur acht Neudrossenfelder anders entschieden, wäre er Bürgermeister geworden. Das kann man durchaus als deutliches Warnsignal für die CSU, Harald Hübner und die Freien Wähler interpretieren. Der neue Bürgermeister muss nun das Vertrauen derjenigen gewinnen, die ihn diesmal nicht gewählt haben - und sicher auch die Hand ausstrecken in Richtung seines unterlegenen Gegenkandidaten, dessen neue Gruppierung immerhin vier der 16 Sitze im neuen Gemeinderat erobert hat.

In Thurnau hat Martin Bernreuther die Sensation geschafft: Einen amtierenden Bürgermeister aus dem Amt zu kicken, ohne dass es in dessen Umfeld vorher zu Unstimmigkeiten gekommen wäre, ist nicht leicht. Der CSU-Kandidat hat im Wahlkampf wenig Kante geboten und wird nun zeigen müssen, wie gut er gestalten kann, wenn er in der Verantwortung steht.

Dietmar Hofmanns Mut zur einen oder anderen unpopulären Entscheidung - Stichwort Winterdienst - wurde vom Wähler nicht belohnt. Gleichwohl war es ihm auch nicht gelungen, seine Politik in ausreichendem Maße darzustellen. Bereits in der Publikums-Abstimmung nach unserer Podiumsdiskussion war er nur zweiter Sieger gewesen - eine Menetekel für gestern Abend.