Fußball ist etwas Schönes. Schauen und mitreden kann jeder, auch wenn er in seiner Jugend nicht, pardon, dem Ball sein Freund war. Außer bei den Feinheiten von Abseits und Handspiel vielleicht. Ansonsten gelten die Grundregeln, die schon Sepp Herberger aufgestellt hat: Der Ball ist rund, ein Spiel dauert 90 Minuten, und nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Eine Konstante ist aber leider auch der missliche Umstand, dass sich der Weltverband Fifa dieses Spiel unter den Nagel gerissen hat. Seither bereichert sich eine Riege von Funktionären, und das System läuft auch deshalb wie geschmiert, weil die Vertreter von Mini-Ländern, in denen gar nicht ernsthaft Fußball gespielt wird, bei Laune gehalten werden müssen: Sie sollen ja den ewigen Sepp Blatter wählen.

Außerdem müssen sie bei Vergabe von Weltmeisterschaften für die richtigen Länder abstimmen: Also nicht etwa für England, die Niederlande oder Spanien, sondern für Katar und Russland. Wer da keine Korruption sieht, der glaubt auch, dass der Ball eckig ist.

Der Ball aber ist rund, und die Fifa ist korrupt. Das streitet nicht einmal die eigene (!) Ethikkommission generell ab. Es ist nicht alles sauber gelaufen bei Katar und Russland, aber: So schlimm war's auch wieder nicht. Normal halt.

Anders lässt sich der Bericht des Ethik-Chefs Hans-Joachim Eckert nicht verstehen. Die Frage, wie es denn kommen konnte zum Doppelpack aus Katar und Russland, lässt er offen. Lieber nennt er die Vorstellung "naiv", dass "Bargeld überreicht" wurde. Mit Verlaub: Naiv ist eher die Annahme, dass es keinen Geldfluss gab aus Katar und Russland.

Blöd auch, dass die Fifa einen scharfen Hund aus den USA als Sonderermittler eingesetzt hat. Michael Garcia wehrt sich nun gegen Eckerts beschönigende Darstellung. Katar hetzt Bauarbeiter zu Tode, und Russland führt Krieg. Wurscht, denn Franz Beckenbauer hat in Katar nur glückliche Menschen gesehen, und Putin ist, laut Gerhard Schröder, ein lupenreiner Demokrat.

Ja, und der Ball ist eckig.