Der Mensch, er strebt nach Höherem, will stets nach oben. Schließlich nimmt er ja für sich in Anspruch, die Krone der Schöpfung zu sein. Mitunter ist das für die Mitkreaturen auf diesem Planeten wenig erfreulich. Wer den Film "Die Konferenz der Tiere" noch vor Augen hat, weiß: Da kann sich gewaltig was regen. Und wenn der animalische Proteststurm erst einmal losbricht, ist niemand mehr sicher. Postboten wissen das.

Dass nun auch harmlose Nachtspaziergänger in der Rhön attackiert werden, stellt allerdings eine neue Eskalationsstufe dar. Ein 35-Jähriger hat dies leidvoll erleben müssen. Allein der Hochsitz eines Jägers konnte ihn vor dem Angriff einer echten Wildsau retten. Ein Polizeieinsatz wurde nötig, um den Mann aus seiner hilflosen Lage zu befreien. Der Schwarzkittel verfolgte das weitere Treiben der Ordnungshüter interessiert von einem Feld aus.

Wir fragen uns derweil, was steht als Nächstes an. Werden Maulwurf-Armeen unsere Vorgärten zu Offroad-Pisten umpflügen, Mückenschwärme die Ufer der Badeseen abriegeln und Singdrosseln vor unseren Schlafzimmerfenstern des Nächtens komplett durchtirilieren? Oder bauen gar Waldameisen sechsspurige Autobahnen ohne Lärmschutzwände durch unsere Wohnzimmer? Wir sind auf jeden Fall gewarnt.