Wir leben in einem grausamen Land - wie es scheint. Drei Millionen Kinder müssen ihren Urlaub heuer zuhause verbringen. In einer Zeit, in der kein Reiseziel zu weit, zu exklusiv, zu unerreichbar ist, beinahe ein Menetekel. Bedeutet dies, dass sich Heranwachsende alsbald auch bei Fernsehkonsum und Weihnachtsgeschenken bescheiden müssen?

Im Ernst: Verreisen hat natürlich etwas mit dem Geldbeutel zu tun. Und sozial schwächere Familien haben es da deutlich schwerer. Aber was sagt Geld über die Qualität eines Urlaubs aus? Wenig. Ferien in einem Fünf-Sterne-Luxus-Resort auf einem Malediven-Eiland können für Kinder sterbenslangweilig sein. Während 14 Tage auf dem Bauernhof bei Oma und Opa zwei Wochen Abenteuer pur versprechen.

Und selbst zuhause braucht ein Kind in der Urlaubszeit nicht seelisch zu erkranken. Es gibt Spielplätze, Jugendzentren, Badeseen, den Wald am Stadtrand. Und es gibt Eltern und Freunde, die Ferien spannend machen können. Es braucht halt Fantasie.

Geld allein macht keinen schönen Urlaub - weder nah, noch fern.