Auf der weitgehend formatierten Festplatte des Rechners wird der neue Programmierer Christian Lindner mindestens diese Fragmente finden: Die Rolle des Erfüllungsgehilfen in einer Regierung führt an und in den Abgrund. Und: Es genügt nicht, nur Antithesen zu formulieren, eine Partei muss sagen, wofür sie steht.

Die Freien Demokraten werden deshalb ihre Programme neu schreiben müssen. Liberalismus statt Lobbyismus ist gefragt. Klientelpolitik muss durch klare Kante ersetzt werden. Die Liberalen scheinen das erkannt zu haben. Sonst hätten sie nicht Wolfgang Kubicki, oft Querdenker, ab und an Alleingänger, zum weiteren Programmierer des Partei-Rechners bestimmt. Sein Werben für die liberale Idee, sein Kampf für Bürgerrechte scheint authentisch.

Christian Lindner dagegen wird sein Profil des Streiters für Bürgerrechte noch schärfen, dieses Profil noch stärker auf ein Speichermedium des FDP-Rechners brennen müssen. Chancen dafür gab und gibt es: So darf man gespannt sein, ob er zum Beispiel den USA für die Ausspähung von Computerdaten die liberalen Leviten liest. Eine erste Chance, den neu gestarteten Parteirechner mit Energie zu versorgen.