Silvio ist traurig. Nach allem, was er für Italien getan hat! Er, der legitime Nachfolger Cäsars und Casanovas! Er, dem die (seine) Medien den Spitznamen "Il Cavaliere" (der Ritter) gaben, der das Land einte, die Mafia in die Gesellschaft integrierte, die Korruption vom Dunkel ins Licht brachte - er: der im Grunde nichts anderes wollte, als Gnocchi, Amore und seine Manneskraft in die Welt zu tragen! Er wurde von der (seiner!) Justiz verurteilt.

Schlimm genug, dass diese Verschwörer den Cavaliere mit einem Kavaliersdelikt nerven (Steuerbetrug? Bah! Was soll das: Sein Land, seine Steuern!). Dann machen die "getreuen" Minister seinen kleinen Putschversuch zunichte. Er nimmt es hin - sogar, dass er nun Sozialstunden leisten soll. Sicher hätte er seine Dienste gerne einem Mädchenpensionat angeboten. Aber nö: Ab ins Altenheim, sagen die Berater. Das ist zuviel. "O tempora, o mores!" (O Zeiten, o Sitten!), ruft er aus.

Doch dann besinnt er sich seiner rüstigen 77 Jahre, seines Rufes als Nationalplayboy und seines Glaubens an die Freiheit - die sexuelle Freiheit: Bunga-Bunga, Signora und Senior!