Wir Franken haben's ja schon immer gewusst. Ohne Hilfe von außen bringen die Bayern nichts Gescheites zustande. Das gilt - darauf weist ein Historiker jetzt hin - sogar für angeblich so urbayerische Dinge wie Oktoberfest, Leberkäse und weiß-blaue Rauten. Die kommen nämlich aus der Pfalz. Genauso wie die bayerischen Könige, die ihr München dann mit fränkischer Beutekunst ausstaffiert haben - und Prachtbauten, die sie sich in Italien und Griechenland abgeschaut hatten.

Und nicht mal der "Freistaat", auf den die Bayern als angebliches Zeichen ihrer Eigenständigkeit so stolz sind, ist ein Eigengewächs. Dessen Gründer Kurt Eisner war nicht nur ein Sozi, sondern - schlimmer noch - obendrein auch Preuße. Saupreiß'n im engeren und weiteren Sinn waren sowieso fast alle, die in der politischen, künstlerischen und wirtschaftlichen Entwicklung Bayerns eine Rolle spielten.

Friedrich von Gärtner (Rheinländer), Leo von Klenze (Niedersachse), Thomas Mann (Fischkopf), Wassily Kandinsky (Russe)- die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Und da sind die Franken wie Friedrich Fischer und Carl von Linde noch gar nicht dabei. Ohne diese ganze bunte, multikulturelle Mischung wäre aus Bayern nichts geworden. Nicht mal einen Leberkäsweck hätten sie hingekriegt.