Dem Franken muss man eigentlich nicht erst erklären, dass ein gescheiter Sauerbraten, eine knusprige Schäufeleskruste oder eine gut gewürzte Bratwurst wahre Kunstwerke sein können. Das haben nun auch die spätzle-affinen Schwaben erkannt und in Riedenburg eine Ausstellung rund ums Fleisch auf die Haxen gestellt.

Für überzeugte Vegetarier dürften die Exponate wenig bekömmlich erscheinen, darunter ein Sessel mit Rindfleisch-Streifen, blutiges Body-Design und auch manche alte Schinken aus der Kunstgeschichte. Für letzere sollen die Kuratoren sogar noch die Restbestände des früheren Coburger Schlachthofs auf Herz und Nieren geprüft haben. So wird dann mancher Fleischskandal zur Kunst-Performance, skeptisch beäugter Gammel-Döner zur höchst lebendigen Skulptur.

Das mag wiederum dem fränkischen Gourmet den Appetit verderben, er setzt lieber auf Zeitgenössisches. Und so bleibt die echte Kunst etwas Vergängliches. Das Bild von einem Braten hinterlässt zumindest einen süß-sauren Eindruck auf der Zunge. Damit die fleischeslustige Ausstellung zu einer runden Sache werden, fehlen zudem noch die Klöße. Aber ein wahrer Kunstkenner und Philosoph kommt gelegentlich auch ohne Beilagen zurecht: "In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot."