Sie sind die "Schweizer Taschenmesser der Unbelehrbaren", schreibt Spiegel Online. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir uns vielleicht auch schon mal ein solches gewünscht - wenngleich auch nur für einen Moment. Die Rede ist von "Anti-Gurtwarnern", von kleinen Steckern, die dem Auto vorgaukeln, dass der Fahrer zu den 98 Prozent gehört, die sich anschnallen. Obwohl der Gurt noch immer links hinten baumelt.

Hektik

Es ist der Hektiker in uns, der genervt reagiert, wenn das Piepsen beginnt - er hat keine zwei Sekunden Zeit zum Anschnallen, weil er das Auto doch "nur" kurz umparkt, mit einer Handvoll Stundenkilometern!

Freiheit

Es ist der Das-werde-schon-ich-wissen-Basta-Typ, der seinem ansonsten liebevoll mit Schwamm und Poliertuch umschmeichelten Freund aus Stahlblech Rostfraß wünscht, weil er mit einem penetranten Ton scheinbar ungerechtfertigt die bestmögliche Sicherheitsvorkehrung fordert, die bei Tempo 210 doch auch nicht anders aussieht!

Unbelehrbar

Und es ist freilich der permanent Uneinsichtige, der schon zigmal das Bordhandbuch gewälzt hat, um herauszufinden, ob sich außer dem Beifahrerairbag oder der automatischen Abblendregelung vielleicht auch dieses nervige Anschnall-Warnzeichen abschalten lässt!

Tödlich

Alle drei Typen haben eins gemeinsam: Ihnen ist es schnurzpiepegal, ob das 30 Flocken kostet... die Ordnungshüter sind ja nicht in Sicht. Vielleicht haben die drei Typen aber ja einmal Lust, richtig zu rasen? Mit Blaulicht? Im Feuerwehrauto, mit Vollgas hin zum nächsten Verkehrsunfall, um einen Gurtmuffel aus dem Wrack zu schneiden? Möglicherweise sind unsere Drei dann beim nächsten Piepen etwas entspannter. Und verzichten entrüstet auf den Kauf eines solchen Steckers. Im Gegensatz zu einem richtigen "Schweizer Taschenmesser" hat diese Version auch keine einzige gute Eigenschaft. Im Gegenteil: Sie unterstützt nur eins, nämlich den tödlichen Leichtsinn seines Käufers.