Blühende Streuobstwiesen sind für Honigbienen eine ideale Quelle für Nektar, Pollen und Honigtau. Auch für ihre wilde Verwandtschaft, die immer seltener werdenden Wildbienen, sind Streuobstwiesen eine wichtige Nahrungsgrundlage. Mit vielen Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten bieten sie wertvolle Lebensräume, gerade auch für die Bestäuber. Folgende Informationen sind einer Pressemitteilung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten entnommen.

Der Streuobstanbau ist in Bayern eine über Jahrhunderte entstandene Form des Obstanbaus und hat eine enorme Bedeutung für die Kulturlandschaft und für die Artenvielfalt. In Franken und dabei vor allem im Landkreis Kitzingen war und ist die Zwetschge dabei eine der bedeutendsten Obstsorten. Von den insgesamt 568 Hektar Erwerbsobstbau im Landkreis fallen 105 Hektar allein auf die Zwetschge. Das entspricht etwa einem Viertel des Zwetschgenanbaus von ganz Bayern mit 437 Hektar. Der Landkreis Kitzingen ist damit das größte Zwetschgenanbaugebiet Bayerns.

Doch die Vielfalt macht es: Die bayernweit über 2000 Obstsorten bieten einen einzigartigen Schatz an genetischer und geschmacklicher Variation. „Dieses wertvolle Kulturgut wollen wir erhalten. Deshalb unterstützt der Freistaat Bayern in den nächsten 15 Jahren mit dem Bayerischen Streuobstpakt die Anlage und Pflege von Streuobstwiesen. Ziel ist es, bis 2035 eine Million neuer Streuobstbäume zu pflanzen. Die Staatsregierung unterstützt die Umsetzung des Bayerischen Streuobstpaktes bis dahin mit der gewaltigen Summe von insgesamt über 600 Millionen Euro“, so die Behördenleiterin Elfi Raunecker des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (AELF).

Vereine, Kommunen, Schulen und Verbände werden die Förderung in Anspruch nehmen können. Rund um den Streuobstpakt sind in der Region in diesem und den folgenden Jahren noch viele weitere Veranstaltungen gemeinsam mit dem AELF, dem Landschaftspflegeverband und der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege Kitzingen geplant.

„Ziel ist es, bis 2035 eine Million neuer Streuobstbäume zu pflanzen.“
Elfi Raunecker, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Angewiesen sind die Obstbauern bei ihrer Arbeit auf die Bienen, deren Bestäubung eine enorme Bedeutung für das Ökosystem und damit aber auch für die Landwirtschaft und die gesamte Gesellschaft hat. Die Bestäubungsleistung der Bienen in Deutschland hat in Geld umgerechnet einen Wert von jährlich etwa 1,6 Milliarden Euro. Wir freuen uns, dass das Imkern im Trend liegt. Im Landkreis Kitzingen gibt es 170 Imker, die 1300 Bienenvölker betreuen.

Im Gegensatz zu den Honigbienen sind bei den Wildbienen die Bestände leider rückläufig. Jede dritte der 560 Wildbienenarten in Deutschland gilt als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. „Wir tun alles, um diesen Trend umzukehren. Denn die Produktion von Nahrungsmitteln und die Artenvielfalt schließen sich nicht aus. Wir müssen beides nur besser in Einklang bringen. Die Landwirtschaft in ihrer Praxis ist als wichtiger Teil unserer Gesellschaft mehr denn je gefordert als Mitgestalter Antworten und Lösungen zu finden, die mit dem Klimaschutz und Artenschutz einhergehen“, so Roman Dahms, zweiter Vorsitzender des Imkerkreisverbandes Kitzingen.

Auch deshalb investiert der Freistaat Bayern gerade rund 20 Millionen Euro in das Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim und setzt damit ein kraftvolles Zeichen für eine praxisorientierte Bienenforschung.

Auf dem Außengelände des AELF am Standort Kitzingen werden auch in kleinem Rahmen neue Lebensräume für Flora und Fauna gefördert. Im Frühsommer summen zum Beispiel Wildbienen auf den sandigen Flächen, auf denen Zwergmispeln wachsen. Die Außenanlage soll vielen Menschen – Landwirten, Privatleuten, Unternehmern – Anregungen geben und ein anschauliches Vorbild darstellen, wie man auf dem eigenen Grund und Boden die Artenvielfalt fördert.