Unfallstatistik: Neun Menschen sterben auf Straßen im Kreis
Autor: Frank Weichhan
Kitzingen, Dienstag, 02. April 2019
Mehr Karambolagen, mehr Getötete, Alkoholfahrten und Raserei –die Unfallstatistik für 2018 spricht eine deutliche Sprache. Die Polizei sieht einen "Handlungsauftrag".
2491 Verkehrsunfälle registrierte die Polizei im Jahr 2018 auf den Straßen im Landkreis – 209 mehr als im Vorjahr. Bei acht tödlich verlaufenen Verkehrsunfällen waren neun Todesopfer zu beklagen; im Vorjahr waren es zwei Unfalltote. Die Anzahl der Verletzten lag bei 327 und war im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Die Zahl der Schwerverletzten sank von 97 auf 77, die der Leichtverletzten stieg von 331 auf 369. Die Kleinunfälle steigerten sich um rund 150 auf 1509. Die Steigerungen sieht man in der Kitzinger Polizeiinspektion als "klaren Handlungsauftrag", um verstärkt gegen die Unfallursachen vorzugehen.
Wie aus der Statistik weiter hervorgeht, blieb nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit mit 95 Fällen ein großes Thema bei den Unfallzahlen. Es gab 35 alkoholbedingte Unfälle, dabei verloren zwei Personen ihr Leben und 17 wurden verletzt. Beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren krachte es 457 Mal.
Kostenloses Training
167 Mal ging es um die Vorfahrt, hier ist die Verletztenzahl mit 84 – elf davon schwer – besonders hoch, zudem waren zwei Tote zu beklagen. Einen Anstieg von 64 auf 75 gab's bei den Motorradunfällen, hier wurden 80 Menschen verletzt, zwei motorisierte Zweiradfahrer kamen ums Leben. Die Polizei weist hier auf ein kostenloses Fahrsicherheitstraining von Verkehrswacht, Fahrlehrerverband und der Polizeiinspektion Kitzingen hin: Unter dem Motto „Fit in den Frühling“ kann auf dem Parkplatz der Firma Knauf in Iphofen am 13. April von 10 bis 15 Uhr trainiert werden. Die Teilnahme ist kostenlos.
73 Radunfälle
Die Statistik weist zudem 73 Radfahrunfälle – zehn mehr als im Vorjahr – aus. Hierbei wurden 18 Menschen schwer und 54 leicht verletzt. Dass der Anteil an Senioren immer höher wird, zeigt nicht nur die Bevölkerungsstatistik, sondern auch die Verkehrsstatistik. Die Beteiligung von Senioren stieg auf 207. Die Unfälle mit Beteiligung von jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) stieg um acht auf 227.
Zu den Schulwegunfällen: Sie stiegen von zwei auf sieben, hierbei wurden acht Schüler leicht verletzt.
Die Unfallfluchten blieben mit 438 nahezu identisch im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag bei 35 Prozent.
Eine enorme Steigerung um fast 100 Unfälle auf 546 gegenüber dem Vorjahr erreichten die Wildunfälle. Zum Glück gab's meist nur Blechschaden, zwei Personen wurden jedoch schwer und sieben leicht verletzt. Auffallend: Die Unfälle mit Rehen schnellten von 273 auf 363.