Für die CSU lief es bei der Kreistagswahl alles andere als gut: Die Christsozialen verloren vier Sitze und kommen jetzt auf 18. Damit büßen sie auch den Status der stärksten Fraktion im Kreistag ein. Insgesamt brachte es die CSU auf 30,4 Prozent der Stimmen. Dies entspricht einem Minus von 5,8 Prozent gegenüber den Wahlen im Jahr 2014.

CSU-Fraktionschef Werner Knaier zeigte sich enttäuscht und kündigte für die nächste Zeit eine genaue Analyse an. Letztlich aber seien "in etwa die Prognosen eingetreten"; von einem möglichen Aufwind war bayernweit bereits im Vorfeld nichts zu spüren gewesen. Er werde sich trotzdem, so Knaier weiter – auch ungeachtet des Verlustes seines Bürgermeisteramtes in Wiesentheid –, "zur Wiederwahl als Fraktionsvorsitzender stellen".

Die Freien Wählern steigern sich um 2,4 Prozent, was ihnen einen Sitz mehr und damit künftig 16 Kreisräte einbringt. Gemeinsam mit der FW-FBW, die bei 6,7 Prozent landeten und unverändert vier Sitze haben, bilden die Freien mit zusammen 20 Kreisräten nunmehr die stärkste Fraktion. Entsprechend gut gelaunt zeigte sich Fraktionschef Josef Mend: Er sei "äußerst zufrieden", betonte er in einer Stellungnahme.

Weiter kräftig geschwunden ist der Einfluss der SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten rutschen erstmals in den einstelligen Bereich und bringen es nur noch auf 9,7 Prozent (minus 4,7 Prozent). In Sitzen bedeutet das einen ziemlichen Aderlass: Statt wie bisher mit neun Kreisräten ist man künftig nur noch mit sechs Mandatsträgern vertreten. Entsprechend war Wundenlecken angesagt. Fraktionschef Robert Finster sagte, dass es "offenbar nicht gelungen ist, die gute Sacharbeit und den Fleiß der SPD-Kreistagsfraktion den Wählerinnen und Wählern zu vermitteln". Man sei schlichtweg "nicht belohnt" worden.

Ergebnis verdoppelt

Gewinner sind die Grünen. Sie legen um 6,4 Prozent auf jetzt 12,8 Prozent zu. Damit verdoppeln sie die Zahl ihrer Sitze auf nunmehr acht. Als dann drittstärkste Fraktion bieten die Grünen gleich fünf Frauen auf. Christa Büttner kündigte an, dass man weiter "für einen klimaneutralen Landkreis und mehr Artenvielfalt" kämpfen werde.

Erstmals in den Kreistag einziehen wird die AfD. Die 5,2 Prozent bringen drei Sitze. Außerdem gehört die FDP weiterhin dem Kreistag an, knapp 2,6 Prozent der Stimmen bedeuten zwei Sitze und damit eine Verdoppelung. Die Bayernpartei ist erneut mit einem Sitz vertreten. Jeweils einen Sitz büßen dagenen die ÖDP und die UsW ein; beide haben jeweils nur noch einen Vertreter im neuen Kreistag.

Ernte eingefahren

Die größte "Ernte" bei den Kreuzchen fuhr Landrätin Tamara Bischof ein, mit 46 117 Stimmen ist sie die Stimmen-Königin, zieht aber als gewählte Landrätin nicht über die Freie-Wähler-Liste in den Kreistag ein. In den Top 60 auf der Kreisräte folgt ihr mit gehörigem Abstand die CSU-Landtagsabgeordnete Barbara Becker (26 213 Stimmen). Beckers Vorgänger als MdL, Otto Hünnerkopf, holte das zweitbeste Ergebnis für die CSU, er kam auf 24 497 Stimmen. Bischof-Herausforderer Timo Markert schaffte es mit 23 663 Stimmen auf den dritten Platz in diesem Ranking.

Die Nummer eins bei den Freien Wählern, die über die Liste in den Kreistag einziehen, ist Josef Mend, der 25 331 Stimmen holte. Bei den Grünen stand Andrea Schmidt mit 10 058 Stimmen ganz oben, bei der SPD war es Astrid Glos mit 9373 Stimmen. Bei der AfD wurde das Rennen um die meisten Stimmen zu einer Familienangelegenheit: Andrea Klingen setzte sich mit 7972 Stimmen knapp vor ihren Mann Christian Klingen.

Nicht mehr mit dabei – weil nicht mehr angetreten – sind einige bekannte Gesichter wie Nikolaus Knauf (CSU) oder auch der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Hofmann (SPD) und der ehemalige Kitzinger OB, Bernd Moser (SPD). 

Von den 72 424 Wahlberechtigten hatten 47 144 ihre Stimmen abgegeben, insgesamt konnten 2,3 Millionen Stimmen vergeben werden. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 65 Prozent. Bei der Wahl 2014 waren es 62,9 Prozent gewesen. Dass die Stimmverteilung nicht ganz einfach war, zeigt der Blick auf die vielen ungültigen Stimmen: 2015 Wahlzettel konnten nicht gewertet werden, das entspricht 4,4 Prozent.