Die Frage, wie der Markt Wiesentheid künftig beim Thema Kies- und Schottergärten verfahren will, beschäftigte die Mitglieder des Umweltausschusses in ihrer Sitzung. Ausschussvorsitzender und Gemeinderat Harald Godron (Bündnis 90/Die Grünen) stellte zur Debatte, ob die Gemeinde künftig eine Regelung zum Verbot solcher Flächen in ihre Bebauungspläne aufnehmen solle. Dazu stelle sich die Frage, ob der erst erlassene Bebauungsplan für das künftige Baugebiet "Seeflur III" noch einmal geändert werden solle. Ein Ziel könne sein, eine Gestaltungssatzung für Freiflächen aufzustellen.

Die Ausschussmitglieder waren zwei geteilt in ihren Meinungen. Einerseits wäre das Vorschreiben, wie ein Garten auszusehen habe, ein Eingriff in die Privatsphäre der Bürger. Andererseits solle die Gemeinde Möglichkeiten für Hausbauer aufzeigen, wie man eine Grünfläche,oder eine Garten, anlegen könne, meinte die dritte Bürgermeisterin Helma Schug (CSU). Ausschussmitglied Robert Kaiser (Feuerbacher Liste) sagte, man solle den Bürgern nicht reinreden, wie sie ihre Flächen gestalten. Es würden ja beileibe nicht alle, die bauen, einen Steingarten anlegen. Außerdem werde das Wasser zum Gießen künftig noch wertvoller.

Gemeinderat Otto Hünnerkopf (CSU) gebot, Bürger könnten nicht für Artenvielfalt unterschreiben, gleichzeitig aber ihre Gärten versiegeln. Es gebe viele Möglichkeiten, Pflanzen auszuwählen, die auf schwierigen und trockenen Böden auch mit relativ wenig Wasser auskämen. Zudem erinnerte Hünnerkopf daran, dass auch in den Bebauungsplänen stehe, wie ein Grundstück zu bepflanzen sei.   

Steingärten werden nicht verboten

Ausschussvorsitzender Harald Godron fasste zusammen, dass die Kommune die unliebsamen Steingärten nicht strikt verbieten solle. Man solle jedoch den Bürgern Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Grünflächen aufzeigen, oder Beratungen anbieten. Godron schlug eine Informationsveranstaltung für Bürger eventuell im kommenden Frühjahr vor, sobald dies wieder zulässig sei. Dessen Vorschlag unterstützten auch die Ratskollegen. Eine spätere Satzung oder Empfehlung für die Gärten müsse dann der Gemeinderat auf den Weg bringen.

Zudem teilte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Harald Godron, mit, dass es die Gemeinde nicht geschafft hat, in das Projekt "Naturstadt" aufgenommen zu werden. Bei dem Wettbewerb unterstützt der Bund Kommunen finanziell, damit sie mehr Natur in die Stadt bringen und bessere Lebensräume für Insekten schaffen. 40 der insgesamt eingegangenen 332 Projekte werden laut der Ausschreibung mit jeweils 25 000 Euro gefördert.

Grünes Klassenzimmer abgelehnt

Auf Initiative des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen hatte sich Wiesentheid mit einer fläche am Bachlauf des Sambachs, etwa unterhalb der Nikolaus-Fey-Schule, beworben. Dort könnten ein Wasserspielplatz, entstehen. Man könnte Natur und Erlebnisraum mit Umweltbildung, etwa durch ein Grünes Klassenzimmer, verknüpfen, lautete die Idee. Dazu reichte die Kommune Pläne ein, die nun nicht zu den 40 ausgewählten gehören.

Im Umweltausschuss hieß es nun, dass die Gemeinde weiter an der Aufwertung der Fläche festhält. Die vorab berechneten rund 60 000 Euro sollen dafür zur Verfügung gestellt werden. Nicht nur Ausschussmitglied Heinrich Wörner hielt das für eine vertretbare Summe, wenn man bedenke, was etwa ein neuer Spielplatz koste. Als nächstes soll ein Planungsbüro beauftragt werden, das die Ideen zur Gestaltung umsetzt.