"Die Stadt ist schuldenfrei" – Diese tolle Aussage gab es von Kämmerer Wolfgang Schmer bei der Beratung des städtischen Etats von Marktbreit am Montagabend, die nur noch durch weitere Zahlen übertroffen werden kann: Fast 1,1 Millionen Euro werden vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zugeführt, Kredite sind weder heuer noch in den Folgejahren nötig, selbst in die Rücklage können 1,1 Millionen Euro fließen, die dadurch auf fast 3,4 Millionen Euro steigt.

Rosig also, diese Haushaltberatung, die nach kurzer Zeit in der einstimmigen Verabschiedung des Etats für das Jahr 2021 gipfelte. Nur eine Erweiterung gab es auf Antrag von Jugend- und Sportreferent Maximilian Zink: Der jährliche Zuschuss für die Jugendarbeit der Vereine soll in diesem Corona-Jahr einmalig von 20 000 Euro auf 30 000 Euro und in den Folgejahren auf 25 000 Euro erhöht werden. Breite Zustimmung von allen Fraktionen und der Spruch von Bürgermeister Harald Kopp: "Geld ist nicht alles, aber es beruhigt."

Volumen von rund 15,5 Millionen

Ansonsten herrschte Zufriedenheit bei den Stadtratsfraktionen. Christiane Berneth (SPD) hält den Etat für sehr ausgewogen und zukunftsorientiert, Sven Biebelriether (Freie Wähler Gnodstadt) für solide mit vielen Hoch- und Tiefbaumaßnahmen, Harald Damm (Freie Wähler) hält die Stadt für handlungsfähig, da sie Geld ausgeben kann, ohne sich zu verschulden und für CSU-Mann Volker Iglhaut war zu diesem Zeitpunkt alles gesagt.

Insgesamt hat der Haushalt der Stadt Marktbreit im Jahr 2021 ein Volumen von rund 15,5 Millionen Euro, wobei auf den Vermögenshaushalt rund 5,5 Millionen und den Verwaltungshaushalt zehn Millionen Euro entfallen. Positiv für den Kämmerer ist die "sehr konstante Entwicklung der Gewerbesteuer", die sich seit Jahren auf einem Niveau von über 2,5 Millionen Euro bewegt. Trotz Corona werden in diesem Jahr dann drei Millionen Euro an Einnahmen aus dieser Steuer erwartet, "vorsichtig angesetzt" so der Kämmerer.

Die ganz großen Kostenprojekte fehlen heuer im Vermögenshaushalt, größter Posten ist die Sanierung des Mainufers mit 700 000 Euro, dem im nächsten Jahr noch einmal 750 000 Euro folgen. Und es sind wieder die Kindergärten, die viel Geld kosten. So sind für einen weiteren Anbau an den katholischen Kindergarten in diesem Jahr 450 000 Euro, im nächsten noch einmal 1,65 Millionen Euro vorgesehen.

Sanierung der Weichen wird teuer

Allerdings gilt bei all diesen Investitionsvorhaben auch wieder ein Spruch des Bürgermeisters: "Der Plan schaut in die Zukunft, keiner weiß, wie die Zukunft wird, auch der Kämmerer nicht." Die Vorhaben im Investitionshaushalt seien Absichtserklärungen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Wie? "Wir sind optimistisch", so Kopp.

Trotzdem: Unverhofft kommt oft und so musste Kopp gleich nach der Verabschiedung des Haushalts neue Kosten verkünden: Bei der Sanierung des Industriegleises (wir berichteten) werden derzeit die kaputten Schwellen ausgetauscht. Danach ist eine Sanierung von drei Weichen nötig. Das bedeutet Kosten pro Weiche von 150 000 bis 200 000 Euro in den kommenden Jahren, die im Haushalt nicht berücksichtigt sind.