Jannik Feidel: Ich gebe Felix Magath Recht
Autor: Eike Lenz
Geesdorf, Samstag, 22. Februar 2020
So jung und schon Trainer eines Landesligisten: Jannik Feidel (24) vom FC Geesdorf gibt sich selbstbewusst - auf dem Platz und im Interview. Warum er Felix Magath verstehen kann.
Der Coup war dem FC Geesdorf gelungen, als er vor einem Jahr seinen neuen Trainer vorstellte: Jannik Feidel, damals 23 Jahre jung und zuvor nicht als Coach einer Aktivenmannschaft in Erscheinung getreten. Damit hatte niemand gerechnet, und in Geesdorf waren sie stolz, die Fachwelt mal wieder überrascht zu haben mit ihren unkonventionellen Lösungen. Auch der vormalige Trainer Hassan Rmeithi war bei seinem Einstieg kaum älter als Feidel. Mit dem Unterschied, dass er die Mannschaft in der Kreisliga übernahm und sie zu einem Landesligisten entwickelte. Feidel ist im vergangenen Sommer angetreten, dieses Werk fortzuführen. Wie interpretiert er seine Rolle als junger Trainer? Was denkt er über die von Felix Magath angestoßene Taktik-Debatte ? Und: Wie geht er damit um, dass sein Bruder mit ihm gemeinsam auf dem Feld steht?
Jannik Feidel: Sicherlich braucht es dafür ein ordentliches Maß an Selbstvertrauen. Aber ich hatte zuvor schon mit der U 23 der Würzburger Kickers Erfahrung gesammelt und dort Gelegenheit, ein Jahr den Fußball-Lehrer Rainer Zietsch zu begleiten. Deshalb habe ich mir den Schritt letztlich zugetraut.
Feidel: Als der Anruf kam, haben wir uns getroffen; danach ging alles recht schnell.
Feidel: Im Fußball kann man immer scheitern, so schnelllebig wie das Geschäft ist – dessen war ich mir schon bewusst. Aber ich bin meine Aufgabe mit viel Selbstvertrauen angegangen, und der Verein hat mich bestmöglich unterstützt.
Feidel: Geesdorf ist acht Jahre zuvor einen ähnlichen Weg gegangen. Hassan (Rmeithi) war 24 Jahre, als er als Spielertrainer begonnen hat. Ich war nur ein halbes Jahr jünger – in einer anderen Klasse zwar. Aber die Philosophie des Vereins passte zu mir und zu meiner Person als jungem Trainer. Schließlich ging es ja darum, als Verein wieder für junge Spieler attraktiv zu sein.
Feidel: Ich sehe das nicht so kompliziert. Wo ein Wille ist, da gibt es auch einen Weg, Beruf und Fußball miteinander zu verknüpfen. Ich denke, es wird auch dann noch funktionieren, wenn ich als Lehrer mal verbeamtet bin. Der Fußball begleitet mich mein ganzes Leben. Ich bin mit 13 Jahren auf ein Sportgymnasium gewechselt, habe vier Jahre dort verbracht. Da ist es doch logisch, dass man im Fußball weiterdenkt.
Feidel: Fürs Pädagogikstudium habe ich mich schon bewusst entschieden, weil es gut zum Traineramt passt. Ich will aber nicht ausschließen, irgendwann – nach Abschluss meines Studiums – in einem Profiverein eine Jugendmannschaft zu trainieren, sollte sich eine Möglichkeit dafür ergeben. Das wäre schon noch mal ein interessanter Schritt in den nächsten Jahren und wohl auch mit dem Beruf zu vereinbaren.