Druckartikel: Fragen über Fragen

Fragen über Fragen


Autor: Wilhelm Roos

Kitzingen, Freitag, 24. Juni 2016

Senioren und Sport sowie die Fairness des Fußballverbandes im Umgang mit seinen Vereinen sind Themen unseres sportlichen Wochenrückblickes.


Senioren und Sport sind in dieser Kombination eine Sache für sich. Einerseits ist Bewegung gerade im höheren Alter gesundheitsfördernd. Andererseits weiß man auch, dass gerade im Seniorenbereich manche ihre sportliche Tätigkeit ernster nehmen als die Jugend. Insofern überrascht es schon etwas, wie uninteressant die Tennis-Männer 65 des TC Gaukönigshofen nach ihrem lange angestrebten und schließlich auch erreichten Aufstieg in die Regionalliga, die höchste deutsche Klasse ihrer Altersstufe, diese Liga plötzlich finden. Waren sie in den ersten beiden – nur knapp verlorenen – Spielen in Bestbesetzung angetreten, liefen sie in den folgenden drei gegen stärkere Konkurrenten nur noch stark ersatzgeschwächt auf. Entschuldigungen (Arbeit, Verletzung, Familie) lassen sich immer finden. Objektiv betrachtet, passt dieses nun abgegebene Bild nicht zu dem der vergangenen Jahre. Es drängt sich eine Frage auf: Warum hat man das Aufstiegsrecht überhaupt wahrgenommen?

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Apropos Fragen ... Werden Fußballvereine in höheren Ligen – sagen wir einmal ab Bezirksliga aufwärts – vom Verband fairer behandelt als niederklassige? Hintergrund ist das Argument von Unterfrankens Bezirksspielleiter Bernd Reitstetter, dass Hin- und Rückspiele in der Relegation nicht aus Einnahmegründen für den Verband eingeführt wurden, sondern aus Fairnessgründen. Man kann die Argumentation des BFV-Funktionärs durchaus nachvollziehen, dass die sportlich verantwortlichen Vereine für Entscheidungsspiele auch an den daraus resultierenden Zusatz-Einnahmen durch die Verköstigung bei diesen Begegnungen beteiligt werden sollen und nicht ein neutraler Ausrichter. Andererseits stellt sich dann aber die nächste Frage: Weshalb wird dieser faire Hin- und Rückspiel-Modus nicht in unteren Ligen genauso angewendet? Weil in diesem Bereich die Relegation sonst noch länger dauern würde? Darf das bei einem so wichtigen Gut wie Fairness und Gleichbehandlung aller Vereine als Argument gelten?