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Duell der Brüder bei Kickers gegen FC Bayern 2


Autor: Jürgen Sterzbach

Würzburg, Donnerstag, 25. Oktober 2012

Ein Saison-Höhepunkt steht den Kickers bevor. Die Reserve von Bayern München gastiert vor großer Kulisse. Ein besonderes Spiel - vor allem für Manuel Duhnke. Er trifft auf seine Vergangenheit und seinen Bruder Marius.
Gegen Bayern München II und Bruder Marius: Ein besonderes Spiel steht für Manuel Duhnke im Kickers-Trikot bevor.  Foto: Sterzbach


Würzburger Kickers - FC Bayern München II (Samstag, 14 1#googleAds#100x100 Uhr).

Der Zeitpunkt scheint günstig. Sechs Spiele unbesiegt, messen sich die Würzburger Kickers (7./26) mit der Reserve des FC Bayern München (3./32). Auch die von Mehmet Scholl trainierten Gäste blieben zuletzt fünf Mal unbesiegt.

"Als der Meisterschaftsfavorit sind sie gesetzt, obwohl sie ihre Probleme hatten und haben", fasst Kickers-Trainer Dieter Wirsching seine Informationen zum prominenten Gegner zusammen. "Sie haben kaum Schwächen und sind eine spielstarke Mannschaft, aber wir werden deshalb vor ihnen nicht in Ehrfurcht erstarren. Wir befinden uns selbst in guter Form und wollen ihnen 90 Minuten lang Paroli bieten."

Während die großen Stars im kleinen Bayern-Ensemble fehlen, doch fast alle Spieler die Jugend-Mannschaften des Deutschen Fußball-Bundes durchlaufen haben, ist neben dem Vereinsnamen vor allem Trainer Mehmet Scholl und Co-Trainer Gerd Müller die Attraktion der Gäste. Das zieht - mehr als 2000 Eintrittskarten setzten die Gastgeber im Vorverkauf ab.

"Das ist schon ein ganz besonderes Spiel", sagt auch Kickers-Spieler Manuel Duhnke. "Wir haben nichts zu verlieren und freuen uns auf das Spiel sowie die erwartete Kulisse." Der 25-Jährige stammt aus Karlstadt, spielte in der Jugend bei Schweinfurt 05 und 1860 München, ehe er an die Säbener Straße kam. "Dort hatte ich eine sehr interessante und lehrreiche Zeit, denn der FC Bayern stellt sich noch einmal ganz anders auf als beispielsweise 1860. Leider war diese Zeit für mich nicht so erfolgreich, wie ich es mir vorgestellt hatte", blickt der offensive Mittelfeldspieler zurück.

Nach seiner dortigen Verabschiedung war er ein halbes Jahr vereinslos, bevor er beim österreichischen Drittligisten USK Anif unterkam. "Es gab Anfragen aus der dritten und vierten Liga, aber ich wollte nichts unterschreiben, von dem ich nicht vollständig überzeugt war. Ich absolvierte auch Probetrainings in Bielefeld und Wehen-Wiesbaden, bis ich über Thomas Linke das Angebot aus Österreich erhielt", erzählt Duhnke. Seit Juli dieses Jahres spielt der Rechtsfuß nun wieder nahe der Heimat bei den Würzburger Kickers - ein Wunschspieler von Dieter Wirsching.

"Der erste Kontakt kam beim Aufstiegsspiel gegen Aichach zustande. Mich überzeugte das Gesamtpaket. Ich studiere Sportmanagement und möchte ins Berufsleben einsteigen, das boten mir die Kickers an", beschreibt er die Gründe, auf das Angebot der Rothosen einzugehen.

"Auch sportlich ist die neue Regionalliga sehr interessant. Bei den Spielen sind zahlreiche Scouts vor Ort, die nach jungen Talenten Ausschau halten", sagt Duhnke.
Ausschließen möchte er es nicht, dass es für ihn noch einmal interessant wäre, falls ein höherklassiger Verein anfragt. Nicht nur aufgrund seiner eigenen Erfahrung beim deutschen Rekordmeister sind die Spiele gegen den FC Bayern für Manuel Duhnke die Saison-Höhepunkte.

Denn im Aufgebot der Gäste steht sein Bruder. Auch Marius Duhnke startete seine fußballerische Karriere in Karlstadt. Wie sein sechs Jahre älterer Bruder wechselte er zunächst zu Schweinfurt 05 und von dort aus direkt in die U16 von Bayern München, wo er auch die weiteren Jahrgänge durchlief. Seit dieser Saison spielt mit der U23 auch in der Regionalliga. "Nachdem er wieder fit ist, glaube ich schon, dass er auf jeden Fall dabei ist und vielleicht sogar gegen uns wieder zum Einsatz kommt", hofft Manuel, dass es erstmals zum sportlichen Messen mit Marius kommt - bislang fanden solche Duelle nur außer Konkurrenz auf dem Bolzplatz in Karlstadt statt.
Das Aufeinandertreffen lässt sich daher auch Vater Harald Duhnke nicht entgehen: "Wir freuen uns sehr auf dieses Spiel. In den letzten Jahren mussten wir meist sehr weit fahren, um einen unserer beiden Söhne spielen zu sehen.

Am Samstag treffen sie fast vor unserer Haustür aufeinander", sagt er. Das derzeit erfolgreiche Abschneiden der Kickers beurteilt Manuel Duhnke als Resultat einer vollzogenen Teambildung: "Wichtig war, dass wir alle an einem Strang ziehen. Jeder stellt das Team über eigene Interessen." Dass die Kickers regionalligatauglich seien, stand für ihn von Anfang an außer Zweifel: "Alle Spieler haben das Niveau, in dieser Liga zu spielen. Wir zeigten schon in den ersten Spielen, dass wir mithalten können. Mittlerweile haben wir uns auch stabilisiert. Wenn wir jetzt noch die Anzahl der Gegentore verringern, sieht es für uns gut aus."

Am aktuellen Abschneiden trägt der Mittelfeldspieler laut seinem Trainer einen nicht gerade geringen Anteil: "Manuel ist ein feiner, ruhiger Kerl, der den notwendigen Ehrgeiz für die Sache mitbringt. Er etablierte sich bei uns als absoluter Führungsspieler."