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Sonnig, warm und nicht zu trocken


Autor: Siegfried Sebelka

Kitzingen, Montag, 04. Juni 2018

Der Deutsche Wetterdienst hat den Mai als den wärmsten seit 130 Jahren registriert. Auch in Kitzingen hat er Spitzenwerte geliefert – bei Sonnenstunden und Temperaturen.
Mai 2018: Der fünfte Monat des Jahres hat Sonne pur geliefert. An vielen Stellen ist der Sommer zu sehen. Wie hier bei Marktsteft, wo sich Klatschmohn und eine Distel zusammengetan haben.


278 Sonnenstunden und fast vier Grad wärmer als im langjährigen Mittel: Der Mai 2018 ist in Stadt und Landkreis Kitzingen seinem Ruf als Wonnemonat gerecht geworden.

3,9 Grad über dem Schnitt

Pflanzenschutz- und Wetterexperte Thomas Karl hat im Mai eine Durchschnittstemperatur von 17,4 Grad am Amt für Landwirtschaft in Kitzingen gemessen. Das sind 3,9 Grad mehr als in einem „normalen“ Mai mit durchschnittlich 13,5 Grad.

Einmal über 30 Grad

Bemerkenswert angesichts der „gefühlten Hitze“ ist allerdings, dass nur am 28. Mai die Temperaturen mit 30,5 über die 30-Grad-Grenze geklettert sind. Die kälteste Nacht lieferte der 2. Mai mit 2,7 Grad. „Spätfröste sind komplett ausgefallen“, sagte Karl über einen Monat, in dem die Temperaturen während der Eisheiligen gerne mal unter 0 Grad sinken können.

Spitze bei den Sonnenstunden

Zu den Temperaturen passen die Sonnenstunden. „278 Sonnenstunden – das war spitze“, sagt Karl, das könne aber schon mal vorkommen. 2012 zum Beispiel hat es der Mai auch auf 277 Stunden gebracht. Dass es anders geht, zeigte das Jahr 2010, als sich die Sonne nur an 118 Stunden sehen ließ.

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Unterschiedlich verteilt

Bei den Niederschlägen hat Karl 61 Liter aus dem Messbecher in der Mainbernheimer Straße geholt. Das sind drei Liter weniger als die 64 Liter, die der Mai im Durchschnitt liefert. Allerdings haben die Gewitter dafür gesorgt, dass die Niederschläge im Landkreis sehr unterschiedlich verteilt waren. Während Kitzingen mit den zwölf Litern am 29. Mai und den 24 Litern am Vatertag relativ viel Regen abbekam, waren es in anderen Teilen des Landkreises erheblich weniger oder auch mehr. Insgesamt hat es im Mai an acht Tagen spürbaren Niederschlag gegeben, sprich über einen Liter oder einen Millimeter pro Quadratmeter.

Insgesamt hat das Jahr bisher 190 Liter geliefert. Das sind in Kitzingen 33 Liter weniger als in einem Durchschnittsjahr zur gleichen Zeit. „Uns fehlt in Kitzingen ein halber Monat“, sagt Karl dazu. In anderen Teilen des Landkreises könnte es durchaus mehr sein.

Eine Woche voraus

„Wir sind eine Woche voraus“ sagte Karl mit Blick auf die Entwicklung der Vegetation. Das zeigen nicht nur die Rosen, die bereits in voller Blüte stehen. Auf den Äckern haben sich Zuckerrüben und Mais gut entwickelt, bräuchten aber jetzt dringend Regen. Auf den warten die späten Getreidesorten wie Braugerste, Dinkel oder der Weizen, der zum Backen verwendet wird. „Die Situation ist angespannt“, sagt Karl mit Blick auf die Felder, auch weil der Schädlingsdruck zunimmt und Wärme liebende Krankheiten wie der Rost sich bei den Temperaturen besonders verbreiten.