Seit geraumer Zeit kann die Gemeinde Willanzheim den Bürgern im Ortsteil Hüttenheim keinen Bauplatz mehr anbieten und die Nachfrage ist groß. Deswegen betonte Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert in der jüngsten Ratssitzung die Wichtigkeit des Baugebiets Sommerried II. Denn der Regionale Planungsverband, die Regierung von Unterfranken und das Amt für ländliche Entwicklung hatten im Rahmen der Anhörung der Träger öffentlicher Belange ausführlich die Frage der Notwendigkeit des Baugebiets aufgeworfen.

In der ersten öffentlichen Beteiligung hatte 16 beteiligte Behörden und Bürger Stellungsnahmen abgegeben, mit denen sich der Gemeinderat jetzt beschäftigte. Planer Tobias Schneider vom Würzburger Ingenieurbüro Arz hatte die Anhörung vorbereitet und wird das weitere Verfahren betreuen. Der Planer berücksichtigte die Stellungnahme des Technischen Umweltschutzes am Landratsamt mit dem Hinweis, dass das 2,74 Hektar große Areal bewusst  als Mischgebiet ausgewiesen wird, um auch Gewerbetreibenden Möglichleiten zu bieten.

Im Bebauungsplan wird ausdrücklich festgehalten, dass an die bisherige Weise eine Imkerei angrenzt, weswegen für Nachbarn fliegende Bienen hinzunehmen sind. "Der Bienenhof darf keine Nachteile durch das Baugebiet bekommen", hob die Bürgermeisterin den Bestandsschutz für die Familie Keil hervor. Auch besteht ein Antrag auf eine Freilandhaltung von bis zu 1200 Hühnern, worauf die Bauwerber extra hingewiesen werden. Ein Gutachter hatte keine Bedenken wegen einer eventuellen Lärmbelästigung, gleiches gilt auch in Bezug auf das in Sichtweite liegende Werk des Unternehmens Knauf. "Es sind durch das Baugebiet keine lufthygienischen Konflikte im Plangebiet zu erwarten", so die Expertise von Tobias Schneider.

Dem Anliegen der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt für Ausgleichsflächen wird die Gemeinde mit einer Biotopfläche im Ortsteil Markt Herrnsheim aus dem Ökokonto nachkommen. Die Kanalerschließung erfolgt im Trennsystem und das Areal kann von zwei angrenzenden Straßen angefahren werden, aber nicht direkt von der Staatsstraße 2418. Sommerried II ergibt insgesamt 14 Bauplätze, wofür auch parallel der Flächennutzungsplan geändert wird.

In der Ratssitzung beschäftigte sich das Gremium noch mit dem Investitionsprogramm für den laufenden Gemeindehaushalt. Die Erschließung des Baugebiets Sommerried II mit Straße, Kanal und Wasserleitung bildet mit einer Million Euro heuer den größten Brocken. Der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses mit Kindergarten in Hüttenheim erfordert heuer noch 800 000 Euro. Daneben hat der Gemeinderat 150 000 Euro zur Ausübung von Vorkaufsrechten vorgesehen.

Diese Summen wird VG-Kämmerer Günther Schell jetzt in den Hauhaltsentwurf einarbeiten und in der März-Sitzung will die Bürgermeisterin den Haushalt verabschieden lassen.