Druckartikel: Ruheständler in Ochsenfurt

Ruheständler in Ochsenfurt


Autor: Bearbeitet von Michaela Stumpf

Volkach, Montag, 08. Mai 2017

Die Ruheständler Volkach hatten in diesem Monat Ochsenfurt als Ziel. Dort erwartete sie ein interessanter Spaziergang durch die historische Altstadt.
Einen Bürgerbus als Ergänzung des bestehenden Angebots im öffentlichen Personennahverkehr wünscht sich der Ochsenfurter CSU-Ortsverband. Inzwischen gibt es ein Konzept, das probeweise umgesetzt werden soll. Einen Monat lang sollen im Sommer mit diesem Angebot Erfahrungen gesammelt werden, beschloss jetzt der Hauptausschuss. Bereits im Herbst 2016 hatte der Ausschuss das Thema in die Hände des Stadtmarketingvereins gelegt. Der wiederum hatte in Zusammenarbeit mit der Stadt Ochsenfurt ein Konzept erarbeitet, das von drei Fahrten pro Tag ausgeht, und hatte dazu auch die Kosten ermittelt. Mit dem zusätzlichen Angebot soll es insbesondere Kleinochsenfurter Bürgern ermöglicht werden, während der Bauarbeiten an der Neuen Mainbrücke in die Altstadt zu gelangen, ohne dafür das eigene Auto bemühen zu müssen. Der Bürgerbus würde am Kleinochsenfurter Ende der Alten Mainbrücke starten und über Zeubelrieder Steige und Hans-Stock-Straße die Frühlingsstraße erreichen. Von dort soll es auf der B 13 zurück zur Alten Mainbrücke gehen, über die dann die Altstadt erreicht wird. Der Bürgerbus soll in der Brunnenstraße sowie am Rathaus halten. Dann wartet er eindreiviertel Stunden, bevor er über die Goßmannsdorfer Brücke die Rückfahrt nach Kleinochsenfurt und zum Endpunkt an der Alten Mainbrücke antritt. In dieser Zeit, so die Annahme, könnten die Fahrgäste in der Stadt ihre Erledigungen machen. Als Abfahrtszeiten sind 10 Uhr, 12.30 Uhr und 15 Uhr geplant. Wie Verwaltungsleiter Wolfgang Duscher erläuterte, würde das Fahrzeug wie ein Taxi gemietet werden. Je nachdem, wie groß das Fahrzeug sein soll, variieren auch die Kosten. Ein Fahrzeug für vier Personen würde täglich mit 75 Euro zu Buche schlagen. Würde eines für acht Fahrgäste gewählt, wäre mit 108 Euro am Tag zu rechnen. Für den einmonatigen Probezeitraum müsste die Stadt somit rund 5000 beziehungsweise 7500 Euro aufbringen. Während der Zeiten, in denen das Fahrzeug nicht als Bürgerbus gebraucht wird, könnte es der Taxiunternehmer anderweitig einsetzen. Das Konzept wurde von den Ausschussmitgliedern rege diskutiert. Zurückhaltend äußerte sich Renate Lindner (UWG). So einen Versuch habe es schon einmal gegeben, sagte sie. Und zwar, als die Alte Mainbrücke gesperrt war. Damals habe das Angebot trotz reichlicher Information der Bürger keinen ausreichenden Zuspruch gefunden, sagte Lindner. An diesen Versuch erinnerte auch Joachim Eck (SPD), der den Vorschlag zwar gut findet, aber aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht so recht an die Akzeptanz dieser Idee in der Bevölkerung glaubt. Eck schlug vor, anstatt in die Anmietung des Fahrzeugs lieber Geld in den Ankauf eines eigenen Busses für die Stadt zu investieren. Dieser könnte dann bei Bedarf auch ausgeliehen werden, etwa von Vereinen. Für Wolfgang Karl (CSU) liegt der besondere Charme der Fahrtroute in der direkten Einbeziehung der Altstadt. Nicht nur für Bürger, sondern auch für Besucher, weshalb Karl das Angebot auch als Marketingmaßnahme zur Belebung der Altstadt sieht. Außerdem könnte den Bus auf dem Rückweg auch Fahrgäste aus der Westsiedlung nutzen. Karl glaubt, dass der Erfolg des Versuchs maßgeblich von der Bewerbung des Angebotes abhängt. Noch bevor es im Juli losgehen soll, müsse aktiv und sehr nachdrücklich für den Bürgerbus geworben werden, so Karl. In diesem Punkt stimmte Josef Meixner (Grüne) mit ihm überein: Die Werbung sei das A und O. Er sei der CSU dankbar, dass sie dieses ur-grüne Thema aufgegriffen habe, sagte Meixner. Da die Gesellschaft immer älter werde und nicht alle jeden Meter mit dem Auto zurücklegen sollten, befürworte er das Konzept des Bürgerbusses. Bürgermeister Peter Juks (UWG) möchte über die endgültige Route noch nachdenken. Und Wolfgang Duscher hält die Anzahl der Haltestellen sowie die Fahrzeiten für entscheidend: „Da müssen wir den Nerv treffen.“


Ochsenfurt war das Ziel der Ruheständler Volkach (ehemals BRH) in diesem Monat. Gästeführer Bernhard Sohn lud die Volkacher zu einem interessanten Spaziergang durch die historische Altstadt ein, die von einer nahezu vollständigen Befestigungsanlage mit zahlreichen Stadttoren und Türmen umrahmt wird, heißt es in der Mitteilung.

Vom Mainufer ging es durch das Untere Tor mit Bollwerk, vorbei an Schlössle und Kastenhof, zum Alten Rathaus, wo der Pranger noch von mittelalterlicher Justiz kündet.

Über die Hauptstraße, die bis heute von schmalen Fachwerkhäusern geprägt wird, erreichte die Gruppe das Neue Rathaus mit der Figurenuhr am Lanzentürmchen, deren Mechanik an diesem Tag versagte. Im Gebäude beeindruckte der historische Sitzungssaal mit einem großen Ölgemälde des Jüngsten Gerichts und dem Kauzenbecher, dem Trinkgefäß der früheren Ratsherren bei besonderen Anlässen. Die gotische Stadtpfarrkirche mit ihrem Renaissancealtar und der Nikolausfigur von Tilman Riemenschneider bildete den Schlusspunkt. Die Ruheständler sangen ein Marienlied, bevor sie sich in einem Gasthof stärkten.

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