Wenn ein Bürgermeister und eine Weinprinzessin um die Wette strahlen, kann dies sicher viele Gründe haben. In diesem Fall war es ein besonderer: Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein und Weinhoheit Damaris Heß überreichten auf dem Schwanberg an die Lebenshilfe Kitzingen einen Spendenscheck über 8750 Euro. So viel Geld war bei der Aktion "Rödelsee hilft" gesammelt worden. Im nächsten Jahr darf sich die Kitzinger Tafel über einen Scheck freuen.

Wegen der Pandemie hatte in diesem Frühjahr das traditionelle Benefizkonzert in der Kirche St. Michael auf dem Schwanberg nicht stattfinden können. Bürgermeister Burkhard Klein ist sich aber sicher, dass es in diesem Jahr noch eines geben wird. Eventuell findet dieses dann nicht in der Kirche, sondern im Freien statt. Irgendwie will er es hinbekommen. Denn dabei werden am Schluss nochmals Spenden gesammelt, die dann der Lebenshilfe zugutekommen. "Wir werden die 10 000 Euro noch erreichen", gibt sich der Bürgermeister zuversichtlich.

2009 war die Lebenshilfe schon einmal bei der Aktion "Rödelsee hilft" bedacht worden. Spendensumme damals: 4970 Euro.

Mehr auffällige Kinder

Der Vorsitzende der Lebenshilfe Kitzingen, Karl-Heinz Rebitzer, sagte: "Wir freuen uns, wenn in einer nicht so einfachen Zeit auch an uns gedacht wird." Geschäftsführer Manfred Markert kündigte an, das Geld für die Mitarbeiterschulung verwenden zu wollen für den Umgang mit Kindern mit herausforderndem Verhalten. Dies habe sich während der Corona-Pandemie verstärkt. Es werde sich weisen, was da noch auf uns zukommt, meinte Markert.

Für die Kitzinger Tafel freuten sich die zweite Vorsitzende Aloisia Ihrig-Braune und Kassier Klaus Ihrig, dass sie nach 2010 erneut durch das Rödelseer Hilfsprojekt unterstützt werden. "Es gibt wahnsinnig arme Leute im Landkreis", berichtete Aloisia Ihrig-Braune. Bislang sind laut Klein schon 2500 Euro für die Tafel auf dem Spendenkonto der Gemeinde eingegangen.

Bürgermeister Klein dankte den Schwestern Communität Casteller Ring auf dem Schwanberg, insbesondere Priorin Schwester Ursula Buske und Schwester Dorothea Krauß, in deren Kirche unter normalen Umständen das Benefizkonzert stattfindet, für deren Hilfe all die Jahre.

Hilfsaktion seit 2002

Die sogenannte "Jahrhundertflut" im Jahr 2002 war Anlass für Bürgermeister Klein, mit "Rödelsee hilft" eine ganz besondere gemeindliche Hilfsaktion ins Leben zu rufen. Eine frühere Einwohnerin Fröhstockheims hatte ihn schriftlich darum gebeten, ihre Heimatgemeinde "Bennewitz" möglichst zu unterstützen. Bennewitz war sehr stark von den Folgen der Oderflut betroffen.

Der Gemeinderat, so ist in der Chronik der Hilfsaktion zu lesen, nahm die Idee sehr positiv auf und führt diese Spendenaktion bis zum heutigen Tag auch weiter. Die gesamte Organisation und Vorbereitung übernimmt Bürgermeister Klein, weswegen nahezu keine Verwaltungskosten entstehen. Im Februar 2009 war dann ein Benefizkonzert "krönender Abschluss" der Aktion des Jahres 2008. Seitdem ist das Konzert und seine "Scheinchenkollekte" wesentlicher Bestandteil von "Rödelsee hilft".