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Radeln – lachen – feiern


Autor: Von unserem Redaktionsmitglied Barbara Herrmann

, Freitag, 08. August 2014

25. BR-Radeltour Prächtiges Wetter, gut vorbereitete Gastronomen und ein singender Innenminister: Der Stopp in Iphofen war Werbung für die fränkische Gastfreundschaft.
La Ola: der Winzertanzgruppe.


Wer unter Hunderten Teilnehmern der BR-Radltour Freitagmittag auf dem Iphöfer Marktplatz Einheimische finden wollte, musste nur einen genauen Blick auf deren Getränke werfen. Bier? Spezi? Nein, Weinschorle stehen da, mit denen sich die neunköpfige Gruppe um Organisator Bernd Schmitt (Willanzheim) aus dem Landkreis erfrischt. Sozusagen ein Heimspiel ist die siebte und letzte Etappe der Jubiläumstour für die zwei Frauen und sieben Männer.

Ob Radltour-Neulinge wie die beiden Großlangheimer Brüder Robert und Peter Keim oder Wiederholungstäter wie der Martinsheimer Reiner Höhn: Sie alle sind begeistert von der „Wahnsinns-Organisation“ und der tollen Gemeinschaft, die sich während der rund 550 Kilometer bis Iphofen eingestellt habe. „Super, wir haben so viel gelacht“, sagt Peter Keim über die vergangene Woche. Höhn fügt hinzu, am Ende frage keiner, ob man wieder mitfahren wolle, da heißt es einfach: „Bis nächstes Jahr!“

Ein großen Teil zu der perfekten Logistik trug am Freitag Iphofen mit seinem gelungenen Empfang der 1200 Teilnehmer auf dem Marktplatz bei. Neun Stände von Winzern und Gastronomen bewirteten die Gäste mit Speisen und Getränken für jeden Anspruch. Claudia Bellanti von der Tourist-Information, wie ihre Mitstreiter von Bauhof, Verwaltung und Feuerwehr gut an den eigens angeschafften weißen T-Shirts mit dem Aufdruck „Willkommen, Weinfreund“ erkennbar, gab zwar vorher zu, davon geträumt zu haben, noch Salat machen zu müssen. Doch hinterher strahlte sie nur noch ob der vielen Komplimente, die die „wunderbaren Gastgeber“, so Radiomoderator Roman Röll, von allen Seiten erhielten.

Die begeisterten Radltour-Zuschauer taten ihr Übriges, um dem rund fünf Kilometer langen Tross aus Radlern und Begleitfahrzeugen einen guten Empfang zu bereiten. Mit einer La-Ola am Rödelseer Tor und zum Abschied, als alle am Marktplatz vorbeirollen, verabschiedeten Mitarbeiter, die zuvor aufgetretene Winzertanz-Gruppe und zahlreiche Fans die Radler dann. Noch knapp 40 Kilometer haben sie da bis Würzburg zu schaffen, wo am Abend das Konzert von Chris de Burgh auf dem Residenzplatz der krönende Abschluss der Tour war.

Auf diesem letzten Stück über Mainbernheim, Michelfeld, Segnitz und Ochsenfurt begleitete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Tour, der zuvor mit dem Polizeichor auf der Bühne gestanden hatte. Als oberster Dienstherr der singenden Beamten, die die Tour begleiteten – und währenddessen Nachwuchswerbung betrieben – hielt er sich beim Singen zwar im Hintergrund, betonte aber anschließend noch: „Es gibt keine bessere Kundschaft für die bayerische Polizei als die BR-Radltour.“

Alles bestens also, vor allem, wenn man wie die gebürtige Euerfelderin Tatjana Keller und ihre Lehrer-Kollegin Ines Schmidt aus Freising einen Geheimtipp für den Abend hat: „Man braucht eine gute Sprinterin, die einem gute Schlafplätze besorgt.“ Darauf konnten die Frauen, die das dritte Mal die Tour mitfuhren, heuer zählen. So konnte Keller, verrät sie, entspannt in ihren 40. Geburtstag hineinfeiern und sich danach in einem Raum „mit nur zehn Leuten und weit weg von den Schnarchern“ erholen.

Das Heimspiel mit Familienbesuch in Iphofen genießt sie. „Es ist so schön, wenn Leute am Rand stehen und jubeln“, sagt sie mit schon etwas heiserer Stimme. Genug Energie für die letzte Party in Würzburg habe sie auf jeden Fall, das betont auch die neunköpfige Radler-Gruppe aus dem Landkreis. Und ansonsten hilft eben Weinschorle.

Einen Radltour-Blog mit Videos gibt es hier.