Radeln für Fahrräder
Autor: Karl Gattenlöhner
Kitzingen, Mittwoch, 04. April 2018
Ein Mainstockheimer radelte von Portugal bis Gibraltar und sammelt Spenden. Um Menschen in Mosambik ebenfalls ein Fahrrad zu ermöglichen.
Simon Scharf aus Mainstockheim sammelt Spenden, um Menschen in Mosambik ein Fahrrad zu ermöglichen. Dafür tourte der 27-Jährige von Faro in Portugal nach Gibraltar. Und zwar mit dem Rad.
Am 2. März begann Scharfs Tour in Lissabon. Mit dem Bus fuhr er ins 270 Kilometer entfernte Faro. Hier stieg er auf „John“, sein Rennrad, um. Knapp 600 Kilometer, an der Küste des Golfs von Cádiz entlang, lagen vor ihm. Donnerstag der folgenden Woche hatte er sein Ziel, die britische Exklave Gibraltar in Spanien, erreicht. Aber die angestrebte Kilometerzahl konnte er nicht erfüllen. Denn eine Radpanne zwang ihn dazu, eine weitere Etappe der Tour mit dem Bus hinter sich zu bringen. Statt über 600 Kilometern waren es so nur knapp über 500.
Keine Vorbereitung
Vorbereitet hat Scharf sich nach eigener Aussage kaum. Er ist begeisterter Radfahrer, der auch in Lissabon „weniger auf den öffentlichen Verkehr vertraut“, als auf seinen Drahtesel. Drei Tage Vorlauf hatte die Tour, er fuhr ein paar kleinere Tagestrips im Umland von Lissabon; dann ging die Reise los.
Der Mainstockheimer studierte International Business an der Hochschule Hannover. Im Rahmen seines Studiums zog er im Mai vergangenen Jahres nach Lissabon. Über seinen Arbeitgeber, die Firma CESO Development Consultants, ein Unternehmen das unter anderem von der EU zur Durchführung von Entwicklungshilfeprojekten beauftragt wird, kam er erstmals in Kontakt mit Mozambikes. Fünf Monate später reiste er für Mozambikes nach Mosambik.
Günstiges Fortbewegungsmittel
Die Firma Mozambikes wurde 2008 gegründet. Ziel ist es, mittels Fahrräder der ländlichen Bevölkerung in Mosambik ein einfaches und günstiges Fortbewegungsmittel zu bieten. Unternehmen bezahlen für die auf die Räder gedruckte Werbung. So können die Fahrräder günstig an Bedürftige weiterverkauft werden. Alternativ kann ein Unternehmen vor Ort die Räder komplett bezahlen. Diese werden dann an die Mitarbeiter des Unternehmens weitergegeben.
Privatpersonen können natürlich ebenfalls spenden. Die spendenfinanzierten Räder werden an Familien mit einem Einkommen von weniger als zwei Dollar pro Tag verteilt. Für die Menschen vor Ort ist ein Fahrrad oft mehr als ein Hobby. Es verkürzt den Weg von und zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt, und sorgt so für bessere Bildung, bessere medizinische Versorgung oder bessere Kinderbetreuung.
Spontane Aktion
Als Spender sucht Scharf vor allem Privatpersonen. Deshalb hat er seine Kampagne auf Social Media konzentriert. Auf Facebook, Twitter oder Instagram können Interessenten seine Reise anhand von Fotos nachvollziehen. Die Hochschule Hannover unterstütze ihn bei der Organisation. Scharf strebt einen Betrag von 2000 Dollar an, erreicht hat er bis jetzt 190.