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Piratenpartei bestimmt ihre Direktkandidatin


Autor: Alfred Molitor

, Sonntag, 29. Juli 2012

Nein, die Welt verändern möchte Beate Kesper nicht. Aber politisch möchte sie einiges bewegen.
Beate Kesper will für die Piratenpartei in den Bundestag einziehen.


Beim "Kandidaten Grill" am Samstagvormittag setzte sich Beate Kesper aus Kitzingen mit sechs zu zwei Stimmen gegen Sandra-Bernadett Grätsch aus Schweinfurt durch und wurde so zur Direktkandidatin der Piratenpartei für die Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Kitzingen-Schweinfurt.
Die Piraten haben eine klare Regelung, wie sie ihren Kandidaten bestimmen. Beate Kesper und Sandra-Bernadett Grätsch hatten jeweils zehn Minuten Zeit, um sich den Mitgliedern vorzustellen - plus fünf Minuten, um Fragen zu beantworten. Die beiden Frauen nutzten die Zeit, um den Mitgliedern ihre Beweggründe für die Kandidatur zu erläutern. Die Fragen beantworteten sie dann sehr ausführlich.
Kandidiert hat Kesper für das Amt, weil sie die politischen Verhältnisse verändern möchte. "Meine Ziele sind vor allem Transparenz und die Förderung der politischen Bildung in Deutschland", erklärte sie. Helfen sollen ihr dabei vor allem die beruflichen Erfahrungen. Kesper arbeitete im Ausland für ein mittelständisches Industrieunternehmen und leitet jetzt die Stiftung Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Kultur in Kitzingen.
Von Politikern - und damit ab sofort auch von sich selbst - erwartet sie einiges. "Eine Politikerin muss auf mehreren Gebieten über eine ausreichende Kenntnis der wichtigsten Probleme und Themen verfügen", sagt sie. Das bedeutet für Kesper, dass Politiker selbstständig in der Lage sein müssen, gezielt und koordinierend einzugreifen, anstatt von irgendwelchen Ratgebern abhängig zu sein. Wer ein politisches Amt bekleidet, sollte außerdem Verantwortung für das Land und selbstverständlich auch für seine eigenen Entscheidungen übernehmen. Wichtig sind für sie neben der Bildungs-, Europa- und Außenpolitik auch die Frauenpolitik.
Ich hoffe, dass ich in den nächsten Monaten das Richtige machen werde", sagte Kesper nach der Wahl. Sie will sich auf jeden Fall große Mühe geben, um das Vertrauen der Mitglieder zu rechtfertigen. "Ich weiß, für mich bedeutet die Nominierung an aller erster Stelle viel Arbeit", sagte Kesper.
Und an diese Arbeit möchte sie sich jetzt heranmachen. Zuerst einmal will sie Ideen entwickeln, wie sie die Piratenpartei im Wahlkreis voran bringen kann. "Meine Familie wird in dieser Zeit sicher etwas zurückstehen müssen", meinte sie. "Wir haben das aber im Vorfeld ausführlich besprochen und geklärt."