Nordheim will gegen die Volkacher Kreisel-Pläne klagen
Autor: Barbara Herrmann
Volkach, Dienstag, 19. März 2019
Nordheim bleibt bei seinem Nein zu Volkachs Plänen für den Kreisverkehr im Süden der Stadt. Die Nachbarn pochen auf eine bessere Anbindung – und wollen sogar klagen.
Einst war von Frühjahr 2018 die Rede: Schon vor einem Jahr also, so hoffte Volkachs Bürgermeister Peter Kornell (Freie Wähler) noch im Herbst 2017 , hätte es losgehen sollen mit dem Bau des Aldi-Kreisels im Süden von Volkach. Doch der Baubeginn wird sich weiter nach hinten schieben. Der Grund dafür ist vor allem das andauernde Nein Nordheims zu den Plänen des Nachbarn.
Ein weiterer Grund ist die Zauneidechse, erfuhr Volkachs Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend. Doch das Reptil kann umgesiedelt werden und bekommt einen vergrößerten Grünbereich entlang der Staatsstraße 2271, die von Schwarzach nach Volkach und weiter bis Unterspiesheim führt und so die B 22 mit der B 286 verbindet. Ingenieur Arno Weimann stellte dem Gremium die auch in Bezug auf den Hochwasserschutz leicht veränderten Pläne vor. Nach wie vor soll dort ein Kreisverkehr mit fünf Armen entstehen, mit zwei neuen Zufahrten zu den Gewerbegebieten Am Sonnenberg und Am Seelein. Dort will Aldi neu bauen und die Drogerie dm in dessen bisheriges Gebäude einziehen.
Bislang hatten die Volkacher noch gehofft, die Änderung des Bebauungsplans Sonnenberg, zu dem der Kreisverkehr zählt, im vereinfachten Verfahren durchziehen zu können. Doch dieser schnellere Weg ist nun vom Tisch, wie Weimann am Montagabend erläuterte. Das bedeutet, dass Volkach nun seine Antworten auf die Einwände der Träger öffentlicher Belange (TöB) verschicken wird. Konkret heißt das vor allem, dass Volkach auf die zahlreichen Einwände der Nordheimer, die als Nachbarn stets TöB sind, reagieren muss.
Die Nordheimer wünschen sich nach wie vor möglichst eine direkte Anbindung an den geplanten Kreisverkehr. Sie befürchten, dass der "verstetigte Verkehrsfluss" dazu führe, dass ein Abbiegen von Nordheim auf die Staatstraße 2271 zu schwierig werde. In der Stellungnahme der Gemeinde Nordheim, mittlerweile vertreten durch eine Würzburger Anwaltskanzlei, heißt es unter anderem: "Die Attraktivität der Gemeinde Nordheim als Tourismusziel ist durch die ungünstige Verkehrsanbindung betroffen."
Da wurde es dem Volkacher Bürgermeister dann doch zu bunt: "Das Argument mit dem Tourismus ist an den Haaren herbeigezogen." Bis dahin hatten Kornell und seine Ratskollegen sich merklich zurückgehalten, was sicherlich der ansonsten sehr guten Zusammenarbeit mit den Nordheimern in der Verwaltungsgemeinschaft oder der gemeinsamen Tourismus-Werbung als Mainschleife geschuldet war.
Ein zweiter Kreisverkehr als Lösung?
Stadtratsmitglied Karl-Heinz Bernard (CSU) hatte zuvor sogar noch einen zweiten, kleinen Kreisel an der Nordheim-Ausfahrt vorgeschlagen. Doch Ingenieur Weimann machte nochmals deutlich, warum auch dieser keine angemessene Lösung sei: Er verbrauche mehr Fläche, werde wesentlich teurer und da auf der Staatsstraße wesentlich mehr Autos fahren, als von Nordheim kommen, sei die zusätzliche Fahrspur zum Einfädeln auf die Staatsstraße der deutlich bessere Weg.
Wie geht's jetzt also weiter? Volkach wird sämtliche Einwände beantworten und erst einmal die Zauneidechsen umsiedeln. Arno Weimann bezeichnete die heftige Ablehnung seitens der Nordheimer als "außergewöhnlich". Doch die wollen auf jeden Fall noch einen Schritt weiter gehen und gegen den Bebauungsplan klagen, sagte Bürgermeister Guido Braun am Tag nach der Stadtratssitzung auf Nachfrage. Das würde bedeuten, dass auch ein momentan noch möglicher Baubeginn im Frühjahr 2020 nicht zu halten wäre.