Neun-Millionen-Euro-Etat in Marktsteft einstimmig verabschiedet
Autor: Robert Haaß
Marktsteft, Donnerstag, 26. Mai 2022
Die Projekte der kommenden Jahre erfordern deutliche Mehrausgaben der Stadt Marktsteft. Vieles lässt sich vorläufig nur über Kredite finanzieren. Ein Blick in die Stadtkasse.
Im vergangenen Jahr war es im August, heuer ist es im Mai und die Hoffnung in Marktsteft ist groß, dass der Haushalt für das kommende Jahr noch ein paar Wochen eher verabschiedet werden kann. Diesen Wunsch äußerten Bürgermeister Thomas Reichert und auch Kämmerin Karin Hajok bei der Etatverabschiedung am Dienstagabend. Ein Haushalt, der von größeren Ausgaben geprägt ist.
Zwei Projekte sind es, die den Stadtrat in den kommenden Jahren fordern werden: Da ist zum einen die bereits angelaufene Sanierung des Alten Hafens, in dem neben der Umweltstation des Landkreises unter anderem auch Gastronomie und ein kleines Hotel einziehen sollen.
Schon seit Jahren in Diskussion und Planung ist die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens. Hier laufen die vorbereitenden Arbeiten noch weitgehend im Hintergrund, wie Reichert in der Sitzung sagte. Wegen der Größe des Projekts ist ein Verfahren für die Auswahl der Architekten mit EU-weiter Ausschreibung nötig. Vier Büros haben sich beworben.
Je drei Millionen Euro sind für dieses und das kommende Jahr für den Alten Hafen im Etat vorgesehen. 2023 starten dann die Arbeiten am Kindergarten mit 1,5 Millionen Euro, für 2024 stehen zwei Millionen Euro und 2025 nochmals 1,9 Millionen Euro bereit. Aber auch der Anschluss der Michelfelder Abwasserversorgung an die Kitzinger Kläranlage kostet bis 2025 rund 1,8 Millionen Euro. Eine Dreiviertel Million Euro ist für die weitere Sanierung der Ortskanäle in Marktsteft vorgesehen.
Das alles ist für eine Stadt wie Marktsteft nicht aus den laufenden Einnahmen zu finanzieren und auch die Rücklagen reichen dafür bei weitem nicht aus. Deshalb sieht der Plan im laufenden Jahr rund 625.000 Euro an neuen Krediten vor, 2023 werden es knapp 1,5 Millionen Euro, 2024 knapp 1,3 Millionen Euro und 2025 noch einmal gute 500.000 Euro sein.
Prinzipiell zwar viel Geld, doch entfallen gut 2,5 Millionen Euro an Krediten auf entgeltfinanzierte Einrichtungen, also Wasser- und Abwasseranlagen, die zwingend auf die Nutzer über Gebühren oder Beiträge umzulegen sind. Was der Vorbericht von Kämmerin Karin Hajok aber auch sagt: Mit einer positiven Zuführung zum Vermögenshaushalt, die freie Finanzspanne bewegt sich in den kommenden Jahren immer um die 500.000 Euro, kann die Stadt "auf eine noch ausreichende Finanzkraft bauen und die laufenden Investitionen planen und umsetzen".
"Wir haben es immer geschafft, einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen", so das Fazit des Bürgermeisters. Dabei sei im Stadtrat die Disziplin immer die Grundlage dafür gewesen, "dass wir das hier schaffen". Angesichts der Begleiterscheinungen von hoher Inflation und Krieg "müssen wir auch weiter sparsam sein", forderte Bernhard Etzelmüller, der auch weitere Effizienz anmahnte. Dieter Haag freute sich über die Einigkeit im Rat, die sich am Ende bei einer einstimmigen Verabschiedung des Haushalts zeigte.