Nasser Endspurt in einem trockenen Jahr
Autor: Siegfried Sebelka
Kitzingen, Dienstag, 08. Januar 2019
2018 wird als ein sehr warmes und trockenes Jahr in die Wetteraufzeichnungen in Kitzingen eingehen - der nasse Dezember hat das nicht verhindert.
"Es war spannend und es bleibt spannend." So hat Thomas Karl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) das Wetter 2018 und die Aussichten für 2019 zusammengefasst. Nach sehr trockenen Monaten hat der Dezember zwar doppelt so viele Niederschläge gebracht als im Schnitt, das Defizit des Jahres hat das nicht ausgleichen können.
Karl ist Pflanzenschutzexperte und in der Mainbernheimer Straße in Kitzingen unter anderem für die Wetteraufzeichnungen zuständig. Jetzt hat er die letzten Zahlen des Jahres 2018 zu Niederschlag, Temperatur und Sonnenstunden im Dezember vorgelegt und Jahresbilanz gezogen.
3,2 Grad über dem Schnitt
Zunächst zum Dezember. Der hat die Serie der warmen Monate des Jahres fortgesetzt. Der letzte Monat des Jahres kam am Ende auf 4,5 Grad plus und lag um 3,2 Grad über dem Durchschnitt von 1,3 Grad. Den kälteste Tag hat Karl am zweiten Weihnachtsfeiertag mit minus 3,3 Grad gemessen. Am wärmsten war es gleich am Anfang, als das Thermometer am 3. Dezember und plus 12,7 Grad stieg. 15 Vegetationstage (über fünf Grad plus) hat der Dezember gebracht und acht Frosttage. Dauerfrost, also Minusgrade am Tag und in der Nacht, war im Dezember Fehlanzeige.
Plus 2,3 Grad
Auf das Jahr gerechnet kommt Karl 2018 zu einer Durchschnittstemperatur von 11,6 Grad. Das sind 2,3 Grad mehr als im langjährigen Mittel. "Damit ist das Jahr auch bei uns tatsächlich eines der, wenn nicht das wärmste der vergangenen Jahrzehnte", sagt Karl. Nur der Februar und der März lagen bei den Temperaturen unter dem langjährigen Mittel. Mit dem April und einem Plus von 5,2 Grad hat die Serie der warmen Monate begonnen, die auch im Dezember gehalten hat. Auffällig: Es war zwar durchgehend zu warm, die richtig heißen Tage an oder jenseits der 40-Grad-Marke haben allerdings gefehlt.
Bei den Niederschlägen ist der Dezember eine echte Ausnahme. Nach nur sieben Litern im Oktober und 13 im November hat der zwölfte Monat mit 95 Litern fast doppelt so viel Regen gebracht als die üblichen 48 Liter. Damit kam das Jahr am Ende auf 454 Liter. "Es fehlen 136 Liter zu den bei uns normalen 590 Litern", so Karl, aber dennoch: "Der Dezember hat ein bisschen was ausgeglichen." Den ergiebigsten Regen gab es am 3. Dezember, als 29 Liter pro Quadratmeter niedergingen. Insgesamt gab es 21 Regentage, 15 davon brachten mit über einem Millimeter oder Liter spürbaren Regen.