LZR: "Kurzsichtig, den regionalen Sandabbau zu verhindern"
Autor: Barbara Herrmann
Kitzingen, Mittwoch, 20. Februar 2019
Ein Aktionsbündnis kämpft gegen den Sand- und Kiesabbau der Firma LZR an der Mainschleife. Nun wehren sich Hermann und Christian Reifenscheid gegen die Vorwürfe.
Gegenwind sind Hermann (69) und sein Sohn Christian Reifenscheid (39) von der Firma Lenz Ziegler Reifenscheid (LZR) mit Hauptsitz in Kitzingen gewohnt. Beim Gespräch zieht der 69-jährige Geschäftsführer einen Artikel dieser Redaktion vom Februar 1988 aus einem Ordner. Die Überschrift vor 31 Jahren lautete: "Bringt Petition an den Landtag den Kiesabbau noch zu Fall?" Die Überschrift könnte man genau so heute noch verwenden, hat doch die Bürgerinitiative "Erhalt der Nordheimer Au“ auch aktuell eine Petition beim Umweltausschuss des Bayerischen Landtags eingereicht. Der hatte seine Entscheidung in der vergangenen Sitzung wegen fehlender Unterlagen allerdings vertagt. Mittlerweile wollen auch die Volkacher eine Verlängerung der Abbaugenehmigung am Elgersheimer Hof bei Fahr verhindern.
Was sagen Sie zu dem Aktionsbündnis, das sich aus Volkachern und Nordheimern gegen den Sand- und Kiesabbau an der Mainschleife formiert hat?
Hermann Reifenscheid (HR): Wir fragen uns, wie das weitergehen soll, wenn wir nirgends mehr Sand und Kies abbauen dürfen. In ganz Deutschland gibt's Bürgerinitiativen zu dem Thema.
Christian Reifenscheid (CR): Gegenfrage: Was glauben Sie, wie viel Sand und Kies verbrauchen wir pro Kopf täglich? Es ist viel mehr, als die meisten denken! Zehn Tonnen mineralische Stoffe werden in Deutschland pro Kopf und Jahr verbraucht, die Hälfte davon sind Sand und Kies. Runtergebrochen auf den Landkreis Kitzingen mit seinen 90 000 Einwohnern bedeutet das, nur hier werden 450 000 Tonnen pro Jahr benötigt.
- Lesen Sie hier auch, was das Landratsamt zu den Vorwürfen der Naturschützer sagt.
Wie kommt es zu derart hohen Zahlen?
CR: Ein Beispiel: Allein für das neue Logistikzentrum von Puma, das jetzt bei Geiselwind gebaut wird , werden für den Beton rund 100 000 Tonnen Sand und Kies benötigt. Beim Ausbau der A 3 sprechen wir von mehreren Millionen Tonnen. Das müssten wir alles auf zehntausenden Lkw durch Deutschland fahren, wenn wir hier keine Rohstoffe mehr gewinnen dürfen. Das kann doch nicht im Sinn des Naturschutzes sein.
Liegen die Umweltschützer also falsch mit ihrer Kritik?