Wo geht die Reise hin?
Autor: Jann Weckel
Kitzingen, Dienstag, 08. August 2017
Die Frage ist in diesem Fall wörtlich gemeint. Hier sind die beliebtesten Urlaubsziele der Kitzinger.
Wer in den Sommermonaten hohe Temperaturen und Sonnenschein will, der ist in Kitzingen eigentlich gar nicht so verkehrt. Ab und zu zeigt der Sommer in diesem Jahr zwar sein etwas zu „deutsches“ Gesicht, aber es geht auch ganz anders. Stichwort: Hitzerekord. Viele zieht es aber dennoch in die Ferne. Die Sommerferien im August und September sind natürlich gerade für Familien mit Schulkindern die beliebteste – weil einzig mögliche – Urlaubszeit.
Trotz der vielen Möglichkeiten, selbst online zu buchen, sind die örtlichen Reisebüros daher derzeit gut beschäftigt. Wohin zieht es die Kitzinger im Urlaub?
„Das ist bunt gemischt“, sagt Daniela Tiberia, Leiterin des Kitzinger Reisebüros Reiseland. Beliebt seien die klassischen südlichen Ziele wie Italien oder Spanien, aber auch etwas ungewöhnlichere Länder für einen Sommerurlaub, wie Irland oder Polen. „Eigentlich ist ganz Europa im Trend“, bestätigt auch Büroleiter Sebastian Rohden vom TUI-Reisecenter in der Marktbreiter Straße. Auch Griechenland und Kroatien seien beliebte Anlaufpunkte für den Urlaub am Meer. Gerade Familien ziehen laut Daniela Tiberia dabei die Fahrt mit dem eigenen Pkw einer Flugreise vor.
Doch auch ein anderes Fortbewegungsmittel ist im Trend: „Er werden sehr viele Kreuzfahrten gebucht. Für viele ist das, gerade in den Sommerferien, ein günstige Alternative“, sagt Daniela Tiberia, denn bei vielen Reedereien reisen Kinder stark vergünstigt oder gar kostenlos. So wird der Weg zum Ziel und ermöglicht es, mehrere Städte auf einer Reise zu besichtigen. „Und man hat sein Bett immer dabei“, so Tiberia weiter.
Doch so manches Urlaubsland, das vor einigen Jahren noch einen wahnsinnigen Höhenflug genossen hat, sei mittlerweile ein regelrechter Ladenhüter. „Logischerweise will kaum jemand in die Türkei“, sagt Sebastian Rohden. Das verwundert nicht, wenn man sich die Reisehinweise des Auswärtigen Amts zur Türkei durchliest, wo die innenpolitische Lage als „weiterhin angespannt“ bezeichnet wird. Außerdem heißt es dort: „Zuletzt waren in der Türkei in einigen Fällen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen, deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war. Personen, die aus privaten oder geschäftlichen Gründen in die Türkei reisen, wird zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich auch bei kurzzeitigen Aufenthalten in die Krisenvorsorgeliste der Konsulate und der Botschaft einzutragen.“ Auch die diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland scheinen arg beschädigt zu sein: „Die Auslandsvertretungen werden bei Festnahmen deutscher Staatsangehöriger nicht immer rechtzeitig unterrichtet, der Zugang für die konsularische Betreuung wird nicht in allen Fällen gewährt.“
Für den Tourismus in der Türkei ist das eine Katastrophe. Dementsprechend niedrig sind die Preise für einen Türkei-Urlaub, um doch noch den ein oder anderen locken zu können. Das gelingt in manchen Fällen auch: „Die Türkei wird zwar wenig nachgefragt, aber dennoch gebucht“, bestätigt Daniela Tiberia.
Ebenfalls leicht in der Krise ist nach wie vor Ägypten: „Ägypten war stark im Kommen“, sagt Sebastian Rohden. Doch der Angriff auf zwei deutsche Frauen im beliebten Urlaubsort Hurghada Anfang Juli habe der Euphorie für die günstigen Angebote zumindest einen leichten Dämpfer verpasst. Daniela Tiberia beobachtet eher eine gegenteilige Tendenz: „Die muslimischen Länder sind eine Zeit lang weniger gebucht worden, aber jetzt wieder mehr. Nach den Attentaten in Deutschland haben die Leute gemerkt, dass so etwas überall passieren kann. Ägypten ist an sich ein sicheres Land.“ Tunesien steht allerdings in beiden Reisebüros selten auf der Wunschliste der Kunden.