Weihnachtssterne, gut beschirmt
Autor: Daniela Röllinger
Wiesentheid, Mittwoch, 13. Dezember 2017
Energieeffizienz und Energiesparen sind Andreas Lang in seiner Gärtnerei wichtig. Sein Betrieb in Wiesentheid gilt als gutes Beispiel für das Programm LandSchafftEnergie.
Der Energieschirm ist aufgespannt. Das gefällt den Weihnachtssternen. Die Stoffbahnen hoch oben unter dem gläsernen Dach tragen dazu bei, die Wärme im Raum zu halten. Zwei Lagen solcher Schirme gibt es in den Gewächshäusern von Gärtnermeister Andreas Lang. Sie helfen, Energie zu sparen.
Der Gartenbau ist eine energieintensive Sparte. Licht, Wärme, Wasser – alles muss passen, damit die Pflanzen wachsen und gedeihen. Schon aus Kostengründen lohnt es sich deshalb für Gärtner, den Energieverbrauch im Blick zu haben. Aus Gründen des Klimaschutzes sowieso.
Wie sich im Gartenbau Energie effizienter nutzen beziehungsweise einsparen lässt, damit kennt sich Detlef Buhn bestens aus. Der Mitarbeiter der LWG Veitshöchheim berät am Amt für Landwirtschaft in Kitzingen Gartenbaubetriebe im Rahmen des Projektes „LandSchafft-Energie“. Knapp 20 000 Personen in Bayern haben in den letzten fünf Jahren die Beratung der Fachleute von „LandSchafftEnergie“ genutzt, erklärt Stephanie Neumeier, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Schwerpunkte waren die Themen Biogas, Photovoltaik, Effizienz und Einsparung auf landwirtschaftlichen Betrieben sowie Heizen mit Holz.
Alleine für die Zielgruppe Gartenbau, Gärtner und Winzer wurde von den „LandSchafftEnergie“-Mitarbeitern in Unterfranken von Juli 2012 bis August 2017 laut Neumeier 78 Beratungen für insgesamt 139 Personen durchgeführt. Detlef Buhn und seine Kollegen machen dabei auch auf Förderprogramme aufmerksam. Die detaillierte Förderberatung erfolgt dann über die Fachberater der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Bereits vor vier Jahren hat Andreas Lang Kontakt zu den Beratern von “LandSchafftEnergie“ aufgenommen, insbesondere wegen des Einbaus von zusätzlichen Energieschirmen. Schirme und Tücher werden seit langem in Gewächshäusern verwendet. Unter dem Dach angebracht, dienten sie früher vor allem der Beschattung im Sommer sowie der Verdunkelung, die beim Anbau bestimmter Pflanzen nötig ist – Weihnachtssterne zum Beispiel. Damit sie in ihren kräftigen Farben leuchten, braucht es kurze Tage. Da diese aber erst Mitte Oktober einsetzen, würde es bis Anfang Dezember dauern, bis die Rotfärbung eintritt. Im Handel sind Weihnachtssterne aber schon einige Wochen früher. Ohne Verdunklung ginge das nicht, die Blätter würden nicht rechtzeitig bunt.
Als Detlef Buhn gemeinsam mit Nikolai Kendzia, Abteilungsleiter Gartenbau im AfELF Kitzingen, und Jessica Schwittek bei Andreas Lang im Gewächshaus inmitten von tausenden von Weihnachtssternen steht, sind die dunklen Schirme hoch oben unter dem Hallendach zusammengerollt. Darüber sichtbar aufgespannt sind dagegen die Tageslichtschirme. Sie lassen 86 Prozent des Lichtes passieren, so dass es für die Pflanzen ausreichend hell ist. Das zwischen dem Schirm und dem Hallendach vorhandene Luftpolster trägt zur Isolierung bei – die Wärme bleibt im Raum.
Gleich neben den Weihnachtssternen, nur durch eine Schiebetür getrennt, stehen im nächsten Gewächshaus unzählige Glücksklee-Pflanzen. Sie kommen traditionell zum Jahreswechsel in den Handel und warten darauf, verpackt zu werden. Glücksklee mag es deutlich kälter, es sind gerade mal sechs, sieben Grad in der Halle. Auch hier sind die unteren Schirme – diesmal aus weißem Stoff – während des Besuches eingerollt. Die oberen sind aufgespannt, um die Temperatur zu halten. Denn auch wenn Pflanzen es eher kühl mögen, sind gerade im Winter die Temperaturunterschiede nach außen beträchtlich. Nachts werden auch die zweiten Schirme aufgespannt. Das dadurch entstehende zweite Luftpolster isoliert zusätzlich und hilft, noch mehr Energie zu sparen. „Das macht sich stark bemerkbar“, sagt Andreas Lang.