Vom Winde verwüstet
Autor: Redaktion
Kitzingen, Montag, 24. Sept. 2018
Sturmtief "Fabienne" und die Auswirkungen im Landkreis Kitzingen
Landkreis Kt/Unterfranken
Eine Tote, mehrere Verletzte, abgedeckte Häuser und gesperrte Straßen. Das Sturmtief „Fabienne“ sorgte am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag in ganz Unterfranken für Aufregung. Der Landkreis Kitzingen war vor allem an der Mainschleife und im Raum Prichsenstadt betroffen.
Bürgermeister Rene Schlehr ist am Morgen danach immer noch erschrocken. Gerade mal zwei Minuten hat es am Sonntagabend gedauert – und in Stadelschwarzach war nichts mehr wie zuvor. Um kurz nach 18 Uhr hat ein Tornado die Spitze des Kirchturms der St. Bartholomäus-Kirche weggerissen. „Die rund 15 Meter lange Spitze ist einfach runtergefallen“, sagt Schlehr. Die Überreste liegen am Tag danach im Pfarrgarten. „Zum Glück“, sagt Schlehr „ist niemand verletzt worden.“ Auch das benachbarte Pfarrheim ist verschont geblieben.
Kollegiales Aufräumen
Bis Mitternacht war die Feuerwehr im Einsatz, um das Gelände rund um die Kirche zu sichern. Am nächsten Morgen gingen die Arbeiten gleich weiter. „Der ganze Ort ist mit kollegialem Aufräumen beschäftigt“, erklärt Rainer Mandel, der neben der Kirche wohnt und ebenfalls Schäden an seinem Dach beklagt.
Auf dem Weg nach Stadelschwarzach zeigt sich die Verwüstung, die „Fabienne“ hinterlassen hat. Entlang der B22 hat der Sturm vier Strommasten zum Einstürzen gebracht, zwei weitere wurden beschädigt. In Laub ist das Dach eines Schweinestalls abgedeckt worden. Die Tiere haben den Schreck überstanden.
Landrätin Tamara Bischof hat sich am Montagmorgen die Auswirkungen von „Fabienne“ vor Ort angeschaut. „Gegen die Urgewalt der Natur sind wir einfach machtlos", meinte sie und fuhr fort: „Wichtig ist aber, dass kein Mensch verletzt wurde.
Ein paar Kilometer weiter westlich forderte der Sturm jedoch sein erstes Todesopfer: Eine 78-Jährige starb am Sonntag, um 18.20 Uhr, auf einem Campingplatz in Ebrach, nachdem ein Baum auf sie gestürzt war. Dabei erlitt sie schwerste Verletzungen. Sie starb noch an der Unglücksstelle.