Stressfreier durchs Leben
Autor: Diana Fuchs
, Mittwoch, 01. März 2017
Im Bildungshaus Kloster Schwarzenberg geht es um Küchengeheimnisse, Antlitzanalyse und die Heilkräfte der Seele
Sigrid Jäger war Mitte 30, als das Atomkraftwerk in Tschernobyl explodierte. Es war der Wendepunkt in ihrem Leben. „Ich war in der Tourismus-Branche tätig, hatte ein stressiges Leben. Gern habe ich gefeiert, Wein getrunken und geraucht.“ Doch dann verlor Sigrid Jäger ihren Vater wegen einer Krebserkrankung, wenig später explodierte Tschernobyl.
„Viele Lebensmittel waren verstrahlt. Ich hatte Angst vor gesundheitlichen Einschränkungen durch die radioaktive Belastung.“ Die Bad Kissingerin kaufte fortan auf dem Biobauernhof ein, las Gesundheitsliteratur und fand am Tegernsee eine Ärztin, die sie auf den Säure-Basen-Haushalt im Körper und die Lehre der Hildegard von Bingen aufmerksam machte. „Innerhalb eines Jahres hatte ich zehn Kilo weniger. Das hat mich fasziniert.“
Sigrid Jäger gab ihren Beruf auf und eignete sich jede Menge Wissen über Ernährung sowie über die Antlitzanalyse nach Dr. Schüßler an. Im Institut für Mikrobiologie Bad Bocklet lernte sie bei Dr. Rueffer viel über die Bedeutung des Immunsystems und die Gesunderhaltung des Darms. Heute arbeitet die 62-Jährige in ihrer eigenen Ernährungspraxis in Bad Kissingen.
Sigrid Jäger: Ich finde, dass Ernährung eine ganz starke Wirkung auf die Psyche hat. Nur wenn mein Körper basisch ist, geht es mir gut.
Jäger: Stress, Doppelbelastung, Hektik: Wir haben alle wenig Ruhe im Leben. Bis 30, 35 managst du das spielend. Dann wird der Druck größer. Das übersäuert. Denaturierte, also veränderte Lebensmittel, Fast Food und Essen im Stehen verschärfen die Übersäuerung noch. Säure ist wie eine Tür, die wir aufmachen, und zwar für alles, was wir an Belastendem und an Erbkrankheiten in uns tragen.
Im basischen Bereich dagegen wird man gelassener und entstresster. Seit ich meine Ernährung auf leichte basische Küche umgestellt habe, hatte ich nie mehr ein Völlegefühl. Ich brauche keine Zwischenmahlzeiten, bin lange satt und zufrieden.
Was machen Sie beim Essen anders als der Durchschnittsmensch?Jäger: Zunächst mal: Essen ist was ganz Wichtiges, ich esse sehr gerne. Aber ich achte dabei auf meinen Mineralstoffhaushalt, koche zum Beispiel viel mit geröstetem Dinkel und generell sehr „mediterran“ – die mediterrane ist nicht nur eine gesunde, sondern auch köstliche Küche.