So ein Dreck
Autor: Ralf Dieter
Kitzingen, Donnerstag, 21. Januar 2021
Der mutmaßliche Täter, der zwischen Sickershausen und Hohenfeld immer wieder Müll wegschmeißt, ist wohl doch nicht ermittelt. Auch anderswo gibt es Ärger.
Die Entwarnung kam wohl zu früh. Es sieht so aus, als würde der Müllfrevler von Sickershausen weiterhin sein Unwesen treiben. Und er ist nicht der Einzige, der Kitzingen unnötig verdreckt.
Vor etwa zehn Tagen meldete die Polizei: Umweltsünderin ermittelt. Tatsächlich konnte Umweltsachbearbeiter Helmut Pfaff dank akribischer Suche die Spur zu einer 40-Jährigen aus dem Landkreis Kitzingen ausmachen. Sie hatte einen blauen Sack mit Abfall an die Straße zwischen Sickershausen und Hohenfeld gestellt.
In dem Sack fand Pfaff Hinweise auf die Täterin und war guter Dinge, dass der Spuk damit vorbei war. Er sollte sich geirrt haben.
Herbert Emmerich meldete schon damals Zweifel an. Der blaue Sack passte so gar nicht zu dem Muster, das der Sickershäuser an der Strecke beobachtete. Seit November war dort immer wieder Müll achtlos auf und neben die Straße geworfen worden. Meistens um die Mittagszeit. Der blaue Sack wurde dagegen kurz nach Sonnenaufgang entdeckt.
13 Mal machten sich Emmerich und sein Nachbar Heinz Hörlin daran, den ganzen Dreck wieder wegzuräumen. Von Essensresten wie Eier und Brot über Papier und Taschentücher: Jede Menge Müll fand sich auf der Verbindungsstraße. Nicht nur das: Der Unbekannte warf auch neuwertige Dinge aus dem Auto. Nagelneue Hemden beispielsweise – oder einen Schutz für Auto-Lenkräder. „Nie benutzt“, sagt Emmerich und wundert sich.
Zwei- bis dreimal am Tag geht der Sickershäuser mit seinem Hund Gassi. Die Strecke zwischen Sickershausen und Hohenfeld hat er im Blick. In den letzten zehn Tagen ist er wieder auf Müllablagerungen gestoßen. „Beim letzten Mal waren es zwei original verpachte Co2-Melder, fünf Stück Ameisengiftdosen, eine Dose Kettenspray, zweimal Ungezieferabwehr sowie 20 Eier, Wurstpackungen und sonstige Lebensmittel“, zählt er auf. „Alles von der Haltbarkeit nicht abgelaufen.“
Helmut Pfaff will aufgrund dieser Funde die Ermittlungen wieder aufnehmen. „Das sind wahrscheinlich zwei unterschiedliche Fälle“, meint auch er und staunt. So eine Geschichte wie zwischen Sickershausen und Hohenfeld ist ihm in seiner langjährigen Karriere noch nicht untergekommen. In der Nähe von Glascontainern komme es immer wieder zu wilden Müllablagerungen. Am Parkplatz an der Alten Poststraße beispielsweise, am Bleichwasen oder zwischen E-Center und Aldi. Aber dort wird – zumeist mitten in der Nacht – vorwiegend Hausmüll abgelagert.