Feil: Die Knorpelregeneration geht vom Knochenmark aus. Über das Knochenmark gelangen sogenannte Knorpelvorläuferzellen an die geschädigte Stelle in einem Gelenk. Wenn das ganze Gelenk entzündet ist, wie das bei Arthrose häufig vorkommt, dann sterben diese Knorpelvorläuferzellen ab und der Knorpel baut sich nicht auf. Wird aber durch eine entzündungssenkende Ernährung das entzündete Milieu im Gelenk normalisiert, dann können die ankommenden neuen Knorpelzellen anwachsen und sich vermehren.
Wie wirken die anderen drei Arthrose-Bausteine Ihrer Methode?
Feil: Der zweite Baustein ist die Bewegung. Jede Muskelbewegung baut Entzündungen in den Gelenken ab, und dadurch wird die körpereigene Knorpelregeneration effektiver. Bei Arthrose wird häufig vergessen, dass auch Stress den Knorpel abbauen kann – deshalb sollte auch der dritte Baustein, die Gelassenheit, berücksichtigt werden. Unsere Strategie wird komplett, wenn man die Knorpelzellen mit zusätzlichen knorpelaufbauenden Nährstoffen versorgt.
Bei Arthrose unterscheidet man vier Stadien. Wer profitiert am meisten von Ihrer Strategie?
Feil: Alle Arthrose-Stadien können profitieren. Bei den Stadien 1 bis 2 dauert es drei bis sechs Monate – bei Arthrose im Stadium 4 dauert das entsprechend länger, ungefähr zwölf Monate.
Das heißt, mit Ernährung kann man wirklich etwas bewegen?
Feil: Ja natürlich, sehr viel, aber eben nur im Zusammenspiel mit Bewegung, gutem Stressmanagement und mit Knorpelnährstoffen in einer ausreichenden Dosierung.
Welche Nahrungsmittel spielen dabei eine wichtige Rolle?
Feil: In erster Linie Chili, das den Wirkstoff Capsaicin enthält und nach neuesten Forschungen extrem schmerzlindernd wirkt. Außerdem arbeiten wir mit Ingwer, Kurkuma, Zimt und viel Omega-3 Fettsäuren, die in Fisch und in Speiseleinöl vorkommen. Im Vortrag gebe ich ein einfaches Rezept, wie man alle diese entzündungslindernden Lebensmittel einfach und in ausreichender Dosierung zu sich nehmen kann.
Ist diese besondere entzündungssenkende Ernährung gleichzusetzen mit Verzicht auf Genuss?
Feil: Überhaupt nicht – unsere stoffwechselaktivierenden Rezepte werden inzwischen von mehreren Gourmet-Restaurants gekocht.
Ist die Umsetzung Ihres Konzepts alltagstauglich?
Feil: Auf jeden Fall, egal ob man berufstätig ist oder zuhause.
Sie beraten auch Spitzensportler in Sachen Ernährungsmedizin. Haben die auch schon Arthrose-Probleme?
Feil: Das nicht, aber durch extrem hohe Trainingsbelastungen beanspruchen sie ihre Sehnen, Bänder und Gelenke weit mehr als der Durchschnitt, und das wiederum bedeutet, sie müssen ihre Gelenke auch entsprechend ernähren und pflegen.
Herr Dr. Feil was motiviert Sie, weiter zu forschen?
Feil: In erster Linie bin ich Wissenschaftler und informiere darüber, wie sich ein Knorpel wieder regenerieren kann. Das ist mir wichtig, denn ich bin der Ansicht, in Deutschland wird zu früh und zu viel operiert.
Zur Person: Dr. Wolfgang Feil ist mehrfacher Buchautor, Gesundheitsexperte und Nährstoffberater. Die Forschungsgruppe Dr. Feil hält Ihre Vorträge seit 2016 für den gemeinnützigen Verein „Forum für gesunde Lebensweisen e.V.“.
Vortrag in Volkach: Referent Peter Munsonius hält am Montag, 5. März, um 19 Uhr, seinen Vortrag „Arthrose & Gelenkschmerzen überwinden“ im Schelfenhaus in Volkach. Der Eintritt kostet neun Euro an der Abendkasse.