Druckartikel: Saumäßig spannend für Grundschüler

Saumäßig spannend für Grundschüler


Autor: Daniela Röllinger

, Donnerstag, 26. Juli 2018

Ein Besuch auf dem Bauernhof und eine interaktive Ausstellung machen das Thema Landwirtschaft zum Erlebnis.
Wie die Kuh von außen aussieht, weiß jeder. Annika und Elina aus der 3 b der Sulzfelder Grundschule kennen sich auch mit dem Inneren aus.


Informativ und interaktiv ist sie, so steht es im Konzept. Man könnte auch sagen: Klein, aber fein. Die Schüler der 3b haben aus der Ausstellung, die in der letzten Woche vor den großen Ferien in der Sulzfelder Schule Station gemacht hat, viel über die Landwirtschaft gelernt. Und sie hatten viel Spaß dabei.

Wie heißt der Nachwuchs des Wildschweines? Was kann man alles aus Schafswolle machen? Wie sehen die Innereien der Kuh aus? Wie viele Menschen ernährt ein Landwirt? Warum legt ein Huhn braune Eier und ein anderes weiße? Wer all das wissen will, kann die Schüler der Klasse 3b in Sulzfeld fragen – sie kennen sich bestens aus.

Im Zuge des Lernprogramms „Erlebnis Bauernhof“ war Annette Seizer mit ihrer Klasse vor einiger Zeit auf dem Hof von Landwirt Ernst Drobek in Willanzheim zu Gast. Allerhand über Kühe haben sie dabei gelernt, und auch über Getreide. Die Ausstellung, die das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schulen zur Verfügung stellt, hat das Thema jetzt abgerundet.

Sechs Stationen sind im kleinen Raum in der Schule aufgebaut. Jonathan und Fritz stehen vor der Station Schwein. Dort gibt es nicht nur viele Informationen in Wort und Bild über die Aufzucht und das Leben der Schweine. Auch dass von ihnen die Gelatine kommt, die in vielen Gummibärchen zu finden ist, haben die Kinder gelernt. Und wie die Tiere überhaupt heißen. Was ist ein Ferkel und was ein Frischling? Und wie heißen die Muttertiere? In Nullkommanichts haben die beiden Jungs die Kärtchen mit den Namen richtig zugeordnet.

Gleich nebenan stehen Elina und Annika vor einer hölzernen Kuh. Mit Magneten können sie die Innereien an die richtige Stelle platzieren und verraten gleich mit, was aus Kuhmilch so alles gemacht wird. An dieser Station können die Schüler erkunden, was es bedeutet, wenn eine Kuh „trocken steht“, und warum Milch überhaupt weiß ist.

Mit Farbe kennen sich auch Fabio und Samuel aus; sie erklären die Station „Huhn“. Denn ob ein Huhn weiße oder braune Eier legt, liegt keinesfalls an der Farbe seiner Federn oder am Futter. „Das liegt an der Ohrscheibe“, weiß Fabio jetzt, und erklärt auch gleich, was das ist: ein kleiner Fleck an der Seite des Kopfes. Nach 21 Tagen schlüpft ein Huhn und das Schlüpfen ist ganz schön anstrengend, das kann einen ganzen Tag lang dauern. Samuel zeigt derweil, woran man ein im Handel gekauftes Ei erkennt: Es hat einen Stempel. „Da steht die Herkunft drauf.“

Ein Landwirt bewirtschaftet aber auch Felder, und dazu braucht er Maschinen. Den Mähdrescher haben Melinda und Moa natürlich schon gekannt, aber einige andere Maschinen haben sie erst durch die Ausstellung kennen gelernt.

Und erfahren, dass ein Landwirt 175 Menschen ernährt – früher waren es viel weniger. Spannend ist auch die Interaktion an dieser Station. Anhand eines Duftmemorys lassen sich Gewürze und Kräuter erschnuppern, Obst und Gemüse können einem Saisonkalender zugeordnet werden.

An der Station „Getreide“ dreht derweil Margarete die Mühle, Sina füllt die Körner ein. „Weizen ist das wichtigste Getreide in Bayern“, erzählen sie. Wie sie Roggen, Weizen und Gerste unterscheiden können, haben sie auf dem Bauernhof schon gesehen, jetzt wird es noch einmal anhand von ausgestellten Sorten wiederholt.

„Die Ausstellung ist so konzipiert, dass sie auf den Besuch des Bauernhofes neugierig macht“, erklärt Gabriele Schenk vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – oder aber umgekehrt, denn die Sulzfelder Kinder waren erst auf dem Hof und haben danach die Ausstellung in ihre Schule geholt. Dabei haben die Kinder noch viel Neues gelernt.

Das Programm „Erlebnis Bauernhof“ ist für die zweite bis vierte Jahrgangsstufe von Grundschulen, Förderschulen und Kindern in Übergangsklassen gedacht. Sie können bei einem Besuch auf dem Bauernhof mit allen Sinnen lernen und ihr Wissen vor- oder nachher mit Hilfe der Ausstellung vertiefen. Diese Ausstellung, die neben den Stationen auch ein Quiz beinhaltet, kann von einem Kükenschlupf begleitet werden – wie es die St. Hedwig-Schule in Kitzingen gleich nach den Ferien machen wird.

Info: Auskunft über das Lernprogramm und die Ausstellung erteilt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Ansprechpartnerin ist Gabriele Schenk, Tel. 09321/3009-131, Email: gabriele.schenk@aelf-kt.bayern.de Alle interessierten Lehrer und Schulen können sich gerne mit ihr in Verbindung setzen.