Ordnung im Putz-Wirrwarr
Autor: Daniela Röllinger
Kitzingen, Montag, 19. Februar 2018
Wer den Frühjahrsputz richtig organisiert, spart Zeit und Nerven.
Der Frühling ist schön. Putzen nicht. Trotzdem gehört beides irgendwie zusammen. Wenn die Tage länger werden und die Sonne durch die Fenster scheint, bringen wir traditionell den Haushalt auf Vordermann. Wer es richtig macht, der tut auch seiner Seele etwas Gutes.
Wir putzen doch das ganze Jahr über. Braucht es dann den Frühjahrsputz überhaupt noch? Gabriele Schenk hat die Frage an ihre Schülerinnen weitergegeben. Die Fachoberlehrerin unterrichtet die Teilnehmerinnen des Studiengangs Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule in Kitzingen. Die Antworten machen deutlich: Natürlich muss zum Ende des Winters gründlich geputzt werden – auch wenn es die Holz- und Kohleöfen, die früher viel mehr Schmutz gemacht haben als heute, kaum noch gibt. Viel zu tun ist trotzdem: Die Winterkleidung muss aus dem Schrank, es wird entrümpelt und ausgemistet, die Vorhänge werden gewaschen, jeder Raum wird gründlich gereinigt. Und die Fenster werden geputzt. Letzteres ist genau die Aufgabe, die fast jedem beim Nachdenken über den Frühjahrsputz einfällt. „Das Fensterputzen ist das Markanteste“, sagt Gabriele Schenk. Wir wollen, dass das Licht hineindringen kann in unsere Wohnung. „Das bringt Lebenslust und macht uns leistungsstärker.“ Nach den langen, dunklen Winterwochen eine Wohltat auch für die Seele. So wie der Großputz überhaupt. Wer Ordnung macht und sich von Überflüssigem trennt, fühlt sich leichter und freier.
„Das Putzen ist eine
notwendige Grundlage. Aber es ist nicht das, was unser Leben bestimmen muss.“
Zunächst aber ist der Gedanke an den Frühjahrsputz für viele Menschen eine Hürde. So viel zu tun – wo soll man nur anfangen? „Planung und Organisation ist die halbe Putzarbeit“, sagt Gabriele Schenk. Jede Firma strukturiere ihre Arbeit, aber im Haushalt mache man das oft nicht. Doch einfach drauflos zu putzen bringe nicht viel – und auch nicht, sich zu viel auf einmal vorzunehmen. Man muss genug Zeit einplanen, darf sich nicht zu sehr unter Druck setzen und muss daran denken, auch Pausen zu machen. Sonst tritt Frust ein.
Wer macht was, wie, wann und womit? Wer diese Fragen vor Beginn der Arbeit in einem Putzplan festhält, tut sich leichter. Er hat eine Gedächtnisstütze, arbeitet rationeller und spart damit Zeit. Und legt gleichzeitig fest, dass die Frau nicht alle Arbeiten alleine erledigen muss. „Kindern macht es zum Beispiel viel Spaß, ihre Legosteine oder Puppenkleider zu waschen“, weiß Gabriele Schenk.
Sie rät dazu, sich realistische Ziele zu setzen, diese klar festzulegen und in kleine Schritte aufzuteilen. „Eins nach dem anderen und nicht zu viel auf einmal.“ Als Beispiel nennt sie das Schlafzimmer. „Nicht gleich alle Kleider aus dem Schrank ausräumen und zu einem riesigen Berg türmen. Lieber Fach für Fach vorgehen.“ Winterkleidung, zu klein Gewordenes und nicht mehr getragene Kleidung gleich aussortieren, das Fach reinigen, den Rest wieder einsortieren. Dann erst kommt das nächste Fach und erst wenn der Schrank fertig ist, ist der nächste Gegenstand an der Reihe, rät die Fachfrau.