Druckartikel: Mit allen Sinnen erfahren, woher unser Essen kommt

Mit allen Sinnen erfahren, woher unser Essen kommt


Autor: Tessa Korber

Kitzingen, Donnerstag, 29. Juni 2017

Grundschüler verbringen einen Tag auf dem Erlebnis-Bauernhof und in der Bäckerei.
Mit den Katzen kuscheln. Ein Höhepunkt des Besuchs der Kindergartenkinder in Enheim.


Acht Katzenwelpen balgen sich am Eingang des Bauernhofes von Monika und Günter Hegwein in Enheim. Als die beiden dritten Klassen der St.-Hedwig-Grundschule Kitzingen eintreffen, gibt es zunächst ein großes Hallo um die niedlichen Tiere. Doch den Hegweins gelingt es schnell, die Aufmerksamkeit der Schüler zu gewinnen. Sie haben viel vorbereitet für ihre Gäste. Heute ist schließlich ein ganz besonderer Schultag..

Es warten liebevoll präparierte Tische mit Getreideähren, Körnern, Lebensmitteln und ein Kochbuffet samt Herd. Um das Getreidekorn soll es an diesem Vormittag gehen und um seinen langen Weg, bis es ein Brot wird. „Die Kinder wissen gar nicht mehr, wo ihr Essen herkommt und wie viel Arbeit dahintersteckt“, sagt Dr. Almut Drummer, eine der Klasslehrerinnen. Sie und ihre Kolleginnen sind deshalb der Initiative von Thea Schlesinger und Marianne Schenk vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten gefolgt. Anlass sind die 5. Bayerischen Ernährungstage.

Die Kinder werden auf dem Erlebnisbauernhof der Hegweins etwas über Getreide, seinen Anbau und seine Nutzung lernen, das neu Erfahrene dann auf einer Wanderung gleich am Feldrand überprüfen. Am Ende des etwas anderen Schultages werden sie schließlich bei Bäcker Hans Gebert in Gnodstadt selber Hand anlegen dürfen bei der Verarbeitung von Mehl zu allerlei Leckerem.

Backduft liegt allerdings bald auch in Enheim in der Luft. „Wer hat denn einen Bauernhof daheim?“ Mit dieser Frage beginnt Günter Hegwein seine Tour. Ein einzelner Finger hebt sich. „Oder bei Oma und Opa?“ Vier Finger mehr. Dennoch herrscht Nachholbedarf. Der Landwirt nimmt einen Teil der Gruppe mit, um seinen imposanten Maschinenpark zu besichtigen. Die schiere Größe eines Mähdreschers beeindruckt sichtlich, selbst die Lehrerinnen. Aber am Anfang steht ja nicht das Dreschen, da wird erst gepflügt und gesät. Kindgerecht erzählt Günter Hegwein, was alles passieren muss, bis ein Samenkorn in die Erde kommt, wächst und geerntet wird. Für jeden Schritt ist eine Maschine da. Wie die wohl heißen, wozu sie gut sind und wo vorne und hinten ist? Bald wird geschaut und gekurbelt, abgemessen und geschätzt und immer wieder gefragt, jetzt aber von beiden Seiten.

Monika Hegwein lässt inzwischen verschiedene Getreidesorten herumgehen. Mais oder Hafer? Gerste oder Weizen? Was ist Triticale? Und wie sieht so ein Getreidestängel von innen aus? Im Zweifelsfall gilt: Aufschneiden und nachschauen. Am Nachbartisch wird bereits Mehl gemahlen, werden Flocken gepresst und geröstet und die Zutaten für ein Müsli geschnitten. Auch Plätzchen kommen in den Ofen. Denn hier wird mit allen Sinnen gelernt, wie Monika Hegwein betont. Und tatsächlich sind alle am arbeiten, am schauen, kosten, schnuppern und zuhören.

Seit fast fünf Jahren bietet Frau Hegwein auf dem 55 Hektar großen Hof der Familie gebuchte Führungen für Schulklassen und Gruppen an, da geht es um den Weg „Vom Getreide zum Brot“, „Von der Kuh zur Butter“, um Ziegen oder um Kartoffeln. Ganz allgemein geht es darum, Erfahrungen zu sammeln und dabei Spaß zu haben. Den haben die Kinder. Letztes Naschen, letztes Katzenknuddeln, dann geht es auf nach Gnodstadt. Bäcker Gebert wartet schon.