"Ich bin kein Star, aber holt mich hier raus!"
Autor: Ralf Dieter
Kitzingen, Mittwoch, 21. Februar 2018
Im Fasten-Dschungel lauern unzählige Fallgruben - und Faultiere...
Kitzingen
Die erste Woche ist gelaufen. Und wie immer gab es Gewinner und Verlierer. Oder formulieren wir es ein wenig gefühlvoller: Redaktionsmitglieder, die sich problemlos mit ihrer selbst auferlegten Aufgabe auseinandersetzten – und solche, die schon in den ersten sieben Tagen an ihre Grenzen stießen:
Ralf Dieter
(mehr Sport): Natürlich hat mein Körper recht. Ich kann ihn gut verstehen. Ich hätte wahrscheinlich genauso reagiert. Als er vor rund einer Woche an dieser Stelle gelesen hat, dass er ab sofort wieder fleißig Sport treiben und sich bewegen soll, da hat er erst einmal „zugemacht“, wie wir Sportler sagen. Ein wenig erkältet, ein wenig entzündeter Rachen, ein bisserl malad. Und dennoch! Die zwei freien Tage (Donnerstag und Freitag) habe ich zusammen mit dem Wochenende zu ausführlichen Wanderungen genutzt. In der Rhön ging es durch meterhohe Tiefschneeverwehungen (Übertreibungen sind gut fürs Selbstvertrauen und die Gesundung) bis zur Wasserkuppe – und zurück! Außerdem: Keine Schokolade, kein Nutella, kein Alkohol. Obwohl ich mir das gar nicht vorgenommen hatte. Bilanz: Ich bin äußerst zufrieden mit mir. Die Fastenzeit ist ein Klacks.
Nina Grötsch
(keine Kohlenhydrate): Mein Fazit nach Woche 1: Ich stehe gefühlt nur noch in der Küche – entweder koche ich oder spüle ab. Ständig schmeiße ich den Herd an. Morgens Rührei, mittags vielleicht eine Suppe und abends die Allzweckwaffe: gedünstetes Gemüse mit Fleisch oder Fisch. Dass man beim weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate nicht einfach zwischendurch mal ein belegtes Brötchen oder eine Scheibe Brot essen kann, macht mir jetzt schon zu schaffen. Natürlich gibt es Eiweißbrot, aber da beschert mir leider schon die Konsistenz Gänsehaut. Es ist, als würde man auf einen Mix aus Schwamm und Kaugummi beißen.
Mein Versuch, selbst Low-Carb-Brötchen zu backen, war die größte Enttäuschung dieser Woche. Zumindest optisch waren die aus Magerquark, Eiern, Weizenkleie, Linsenmehl und Flohsamenschalen bestehenden Brötchen mehr als gelungen. Allerdings brauchte ich dreimal so viel Belag wie sonst, um damit den Geschmack des Brötchens zu überdecken. Weil ich schon jetzt nach Abwechslung auf meinem Speiseplan lechze, habe ich mir gestern ein Low-Carb-Kochbuch gekauft. Sie werden staunen, was ich nächste Woche berichte!