Die Faschingsfreunde haben landauf, landab auf diesen Termin gewartet. Am 11.11, um 11.11 Uhr, fiel der Startschuss für die fünfte Jahreszeit. Nach Stand der Dinge soll wieder zünftig gefeiert werden. Es gibt aber schon erste Absagen. Der Landkreisumzug wird im nächsten Februar wohl nicht über die Bühne gehen. Kitzingen, Volkach und Dettelbach haben sich in den letzten Jahren mit der Durchführung abgewechselt.

„Trübsal blasen hilft uns nicht weiter.“
Dr. Rainer Müller, KiKaG-Präsident

Im letzten Jahr wäre Dettelbach an der Reihe gewesen, wegen Corona fiel jedoch der gesamte Karneval ins Wasser. Der Umzug sollte am 1. März 2022 nachgeholt werden. Daraus wird nichts. „Wir machen heuer gar nichts“, erklärt der Vorsitzende der Dettelbacher Karnevalsgesellschaft, Alfred Hannweber. Keine Sitzungen und erst recht keine großen Umzüge. „Wir können die Strecke doch unmöglich absperren und kontrollieren, ob jemand geimpft oder genesen ist“, sagt er. Angesprochen auf die Dettelbacher Absage, reagiert Dr. Rainer Müller beim Auftakt der Kitzinger Faschingssaison am Falterturm überrascht. Dass die KiKaG einspringt, schließt er spontan aus. (Aus Obervolkach kam bis Redaktionsschluss keine Antwort) „Das können wir nicht bewerkstelligen.“ Der Präsident der KiKaG ist derzeit froh, wenn die geplanten drei Veranstaltungen reibungslos über die Bühne gehen werden. Am 4. Februar ist die Weinselige Narrensitzung in der Fastnachtakademie geplant, eine Woche später die Frauensitzung an gleicher Stelle. Am 28. Februar folgt dann der Höhepunkt, die Rosenmontagssitzung mit Verleihung des Schlappmaulordens in der Florian-Geyer-Halle. „Wir planen alle Veranstaltungen mit der 2G-Regel“, informiert Müller. Eine Absage wegen der steigenden Corona-Zahlen kam für ihn nicht in Frage. Die Vorbereitungen laufen seit dem Sommer.

2G-Regel in Albertshofen

Das Motto der diesjährigen Session: Die 1920er-Jahre. „Die waren ganz schön wild und fröhlich“, erinnert er. Genauso soll auch die kommende fünfte Jahreszeit verlaufen, trotz Corona. „Gerade wir, als Karnevalisten, müssen guten Mutes sein“, meint der KiKaG-Präsident. „Trübsinn blasen hilft uns nicht weiter.“

So sieht das auch Elmar Gimperlein, Sitzungspräsident des Albertshöfer Höpper Elfer. „Wir können nicht schon wieder alles ausfallen lassen“, betont er. Das letzte Jahr hat Spuren hinterlassen. Gleichzeitig kündigt er klare Vorgaben an. Alle Veranstaltungen werden nach der 2G-Regel durchgeführt, nur Geimpfte und Genesene erhalten Einlass. „Alle anderen sollen fortbleiben.“ In diesem Sinne findet am Freitag dieser Woche der Kommersabend mit Ehrungen statt, das Prinzenpaar-Treffen am 14. Januar und die Sitzungen im Februar. Wie viele Sitzungen stattfinden werden, kann Gimperlein derzeit nicht sagen. Zum Glück lasse sich ein Programm gut mit den eigenen Leuten auf die Beine stellen und die Gartenlandhalle muss nur bei einer tatsächlichen Nutzung bezahlt werden. „Der Aufwand hält sich bei uns im Rahmen.“

Keine Frauensitzung in Wiesentheid

In Wiesentheid ist das anders. Die beliebte und stets gut besuchte Frauenfaschingssitzung ist bereits Ende September abgesagt worden. „Die Vorbereitungen sind sehr intensiv“, sagt der Vorsitzende der KoKaGe Wiesentheid, Marcus Wicher. „Wir wollten uns die Mühe nicht umsonst machen.“ Die aktuellen Corona-Entwicklungen geben ihm recht. An den anderen Veranstaltungen will er dennoch festhalten. Die Planungen für die Familien- beziehungsweise Elferratssitzung sind jedenfalls gestartet. Für das Männerballetturnier Mitte März sind die Einladungen bereits rausgegangen. „Es kamen auch schon ein paar Zusagen aus ganz Deutschland“, erzählt Wicher. Der Kommersabend mit Ordensverleihung an diesem Freitag wird als interne Veranstaltung und nach der 2G-Regel über die Bühne gehen.

„Es gibt einfach zu viele Leute, die zu blöd sind, sich impfen zu lassen.“
Alfred Hannweber, Vorsitzender DeKaGe

Nach welcher Regelung die Veranstaltungen im Frühjahr laufen, kann Wicher noch nicht sagen. „Das werden wir kurzfristig beschließen, es weiß ja keiner, was in vier oder fünf Wochen sein wird.“

Kein Fasching in Dettelbach

Die Mitglieder der Tanzgruppen freuen sich vielleicht am meisten auf ihre Auftritte. „Die trainieren seit zwei Jahren“, erinnert Wicher. „Und brauchen jetzt endlich mal wieder den Applaus der Zuschauer als Lohn für ihre Mühen.“ Wie der Verein mit den jugendlichen Tänzerinnen verfährt, die sich bislang nicht impfen lassen konnten, wird derzeit intensiv diskutiert. „Wir werden schon eine Lösung finden“, zeigt er sich zuversichtlich. Alfred Hannweber ist die Zuversicht abhanden gekommen. „Ich kann in diesen Zeiten keine Veranstaltungen planen“, bedauert der Vorsitzende der Dettelbacher Karnevalsgesellschaft. „Ich kann doch keine Verträge mit Künstlern abschließen und bleibe dann auf dem Geld sitzen.“

Dass der Fasching in Dettelbach zum zweiten Mal ausfällt sei traurig, aber nicht zu ändern. Einen Schuldigen hat Hannweber längst ausgemacht. „Es gibt einfach zu viele Leute, die zu blöd sind, sich impfen zu lassen“, ärgert er sich und nimmt die Politik in die Pflicht. Die sollte endlich eine Impfpflicht erlassen. „Damit wäre jedem geholfen.“