Erfreuliches von den Straßen
Autor: Ralf Dieter
Kitzingen, Dienstag, 12. Januar 2021
Der kurze Wintereinbruch am Dienstagmorgen bleibt ohne gravierende Folgen. Die Winterdienste sind eingespielt und selbst der Lockdown spielt eine positive Rolle
„Überraschend“ ist das eine Wort. „Ungewöhnlich“ das andere. Wie auch immer: Die Bilanz des kurzen Wintereinbruchs von Dienstagmorgen fiel erfreulich aus.
Zwischen fünf und sechs Uhr hat es im Landkreis zu schneien begonnen. Die Winterdienste waren vorbereitet. „Wir sind um 3 Uhr in der Früh schon rausgefahren“, berichtet Andreas Schneider vom Kreisbauhof. Zuerst ging es in den Steigerwald, wo die Schneemengen erfahrungsgemäß am größten sind.
280 Kilometer beträgt das Straßennetz, das die sieben Fahrzeuge zu räumen haben. „Im Moment drehen wir unsere zweite Runde“, berichtet Schneider, als ihn der Anruf dieser Redaktion gegen 10.30 Uhr erreichte. Besonderheiten habe es keine gegeben. Am meisten Probleme habe es – wie immer – zwischen Castell und Birklingen und auf der KT1 zwischen Nenzenheim und Mönchsondheim gegeben. Nicht alle Lkw-Fahrer kamen mit den verschneiten Steigungen zurecht. „Aber das kennen wir ja schon“, sagt Schneider, der am späteren Vormittag dann doch überrascht war über die Mengen, die es geschneit hatte. Und die auf den Straßen liegen geblieben sind. „Es fehlt der Verkehr“, erklärt er. Je mehr Autos unterwegs sind, desto besser verteilt sich die feuchte Masse, desto matschiger werden die Straßen. Durch den Lockdown bleiben viele zu Hause. Corona hat erstaunliche Konsequenzen: Weil deutlich mehr Leute im Home-Office arbeiten, haben die Winterdienste mehr Schnee zu räumen.
Viel Schnee im Steigerwald
„Hier schneit es gerade volle Kanne“, ruft Ernst Nickel ins Telefon. Es ist 10 Uhr am Vormittag und der Geiselwinder Bürgermeister hat seine vier Bauhofmitarbeiter längst losgeschickt. Über vier Räummaschinen verfügt die Gemeinde – Lkw, Radlader, Bulldog und einen neuen Fendt. „Die Mitarbeiter fahren volle Pulle“, erzählt der Bürgermeister. Kein Wunder: 16 Ortsteile wollen auch im dichten Schneetreiben mit dem Auto erreichbar sein. „Wir haben vorgesalzen“, erläutert Nickel. „Müsste alles hinhauen.“
In Kitzingen fiel der erste Schnee erst gegen 6.30 Uhr. Um kurz vor 7 schickte Georg Günther seine Mitarbeiter los. „Das ist nicht so schön“, sagt der Bauhofleiter. „Wenn die Kollegen mitten im Berufsverkehr räumen müssen.“ Mit dem Schneepflug geht es mitunter durch enge Straßen. „Hat aber alles geklappt“, freut er sich gegen 11 Uhr. Zwei Runden haben die Bauhofmitarbeiter durch die Straßen Kitzingens und seiner Ortsteile gedreht.
So gut wie kein Verkehrsunfall
Dann lag nur noch Matsch. Für die Nacht auf Mittwoch hat Günther seine Mitarbeiter um 3 Uhr einbestellt. Er geht davon aus, dass es richtig glatt werden kann. „Die Straßen trocknen ja gar nicht mehr ab“, erklärt er.
„Verwunderlicherweise überhaupt keine“, antwortet Uwe Budnik auf die Frage, wie viele Unfälle es an diesem Dienstagmorgen gegeben hat. Budnik ist Pressesprecher der Verkehrspolizeiinspektion in Biebelried. Die ist zuständig für 144 Autobahnkilometer – von der A 3 über die A 7 bis hin zur A 81. Keinen einzigen witterungsbedingten Unfall gab es gestern Vormittag auf diesen Strecken. „Das ist schon bemerkenswert“, sagt Budnik. Der erste Schneefall in der Saison sorgt immer für Chaos, auch nach den Weihnachtsfeiertagen habe es einige Unfälle gegeben. „Aber jetzt ist der Winterdienst eingespielt“, meint er. Und der Lockdown mache sich auch auf den Autobahnen bemerkbar. Weniger Verkehr ist gleichbedeutend mit weniger Unfallgefahr.