Ein neuer Stadtteil wächst
Autor: Ralf Dieter
Kitzingen, Dienstag, 03. April 2018
Baustellen-Serie, Teil 6: Großes Interesse an Marshall-Heights. Polizei wird einziehen.
32 Hektar, mehr als 700 Wohneinheiten. Ein Kilometerlanges Straßen- und Kanalnetz, eine eigene Energieversorgung. Georg Wittmann hat im Februar 2015 einen ganzen Stadtteil erworben. Drei Jahre später bereut er die Entscheidung nicht. Im Gegenteil. Die Marshall-Heights entwickeln sich nach Plan. Bis zu 3000 Menschen sollen hier einmal leben.
Georg Wittmann und sein Sohn Dirk empfangen im renovierten Bürogebäude. An den Wänden Pläne und Skizzen von der ehemaligen US-Siedlung im Westen Kitzingens. Immer wieder läutet das Telefon. „Wahnsinnig viele Anfragen“, sagt Wittmann senior und runzelt die Stirn. Dass er sich mal über zu viele Interessenten beklagen würde, hätte er wohl auch nicht gedacht.
Im Mai 2016 konnte Georg Wittmann mit der Vermarktung loslegen. Vorher musste er seine Pläne mit der Stadt abstimmen, die Energieversorgung und die Straßensanierungen abklären. „Tiefbauamt und Bauhof haben gut gearbeitet“, lobt der Investor. Die allgemeine Wirtschaftslage kam ihm zugute. Niedrige Zinsen, kaum verfügbarer Wohnraum.
Die 103 so genannten Texas-Häuser – Einfamilienhäuser im oberen Teil des Geländes – waren ruckzuck verkauft. Wittmann machte sich an die Renovierung der ersten Wohnblocks. 24 Wohnungen hat jeder Block, binnen kürzester Zeit waren drei von ihnen ausverkauft. Zwei weitere Wohnblocks werden gerade auf den Weg gebracht, sprich: Die Sanierung hat begonnen. „Ich habe hier eine Liste mit 500 Namen“, sagt Wittmann. „Die wollen alle auch noch eine Wohnung kaufen.“ Zwei Drittel der Anfragen kommen von außerhalb Kitzingens, die Mehrheit davon sogar von außerhalb des Landkreises.
Georg Wittmann drückt aufs Tempo. Er will die Gunst der Stunde nutzen. Wenn alles gut geht, sollen die meisten Verkaufsverträge für die Wohnblocks in spätestens fünf Jahren unterzeichnet sein. „Die Rahmenbedingungen werden sich verändern“, prophezeit er. Deshalb wird in den kommenden Wochen und Monaten jede Menge passieren auf dem Gelände direkt an der B8. Die Kanalsanierungen für das zweite Erschließungsgebiet sind ausgeschrieben, wenn das Wetter passt, beginnen bald auch die Straßensanierungen für den zweiten Bauabschnitt.
Acht Wohnblocks auf der anderen Seite der Hauptverkehrsachse will er nicht selbst herrichten, sondern verkaufen. „Interessenten gibt es genug“, sagt er. Die Licht-, Kraft- und Wasserwerke haben sich für die Wiederherstellung der Gasversorgung in diesen acht Wohnblocks bereits angemeldet. Bis Ende des Jahres sollte auch dieser Bereich abgeschlossen, die ersten Mieter eingezogen sein.
Bleiben rund zehn Wohnblocks, die in der Nähe der Bundesstraße Richtung Würzburg stehen. Eine verkehrstechnisch attraktive Lage, was nicht zuletzt die Polizeiinspektion überzeugt hat. „Wir haben die Zusage“, freut sich Georg Wittmann. Die Polizei will einen Teil des Geländes, direkt an der derzeit geschlossenen Einfahrt, kaufen. Zwei Wohnblocks werden abgerissen, ein Neubau soll entstehen. Das alles ist noch Zukunftsmusik. Aber ein weiterer Baustein in dem spannenden Verfahren, einen neuen Stadtteil zu entwickeln.